Freie Strände für freie Menschen

Die Piraten in Schleswig-Holstein möchten das skandinavische “allemansrätt” (Jedermannsrecht) zur Nutzung der freien Natur erstmals auch hierzulande einführen: Schleswig-Holstein soll das erste Bundesland werden, in dem sich jeder Mensch frei in der Natur bewegen, aufhalten und übernachten darf. Auch das Betreten der Strände soll kostenfrei werden.

“Das von uns geplante Recht auf Gemeingebrauch der freien Natur macht diese erlebbar, weckt das Interesse an ihrem Schutz und fördert die menschliche Achtung der Umwelt. In Skandinavien hat es sich auch in dicht besiedelten Gebieten bewährt. Es bietet daneben auch große touristische Chancen für das Urlaubsland Schleswig-Holstein. Von der deutschlandweit einmaligen Einführung eines Rechts auf Gemeingebrauch wird eine hohe Anziehungskraft ausgehen. Schleswig-Holstein erhält so ein Alleinstellungsmerkmal im Wettbewerb mit anderen deutschen Urlaubsregionen,”

erklärt der Spitzenkandidat zur Landtagswahl Patrick Breyer.

Strand_Sylt

CC-SA-BY (Free-Culture-Lizenz)

Im Einzelnen schlagen die PIRATEN folgende Neuerungen vor:

  • Einführung eines Jedermannsrechts zum Betreten und Aufenthalt in der freien Natur mit Verbot der Absperrung
  • Das Durchführen organisierter Veranstaltungen im Wald (z.B. Kindergartenwanderungen) wird genehmigungsfrei, solange nicht erhebliche Schäden oder Störungen zu erwarten sind (bisher muss eine Erlaubnis eingeholt und ggf. eine Gebühr gezahlt werden).
  • Das Zelten in freier Natur z.B. an Stränden wird erlaubt, wenn eine Entfernung von 150m zu bewohnten Gebäuden eingehalten wird.
  • Privateigentümer müssen einen Durchgang freihalten, wenn Naturschönheiten anders nicht betreten werden können (bisher kann der Zugang z.B. zu Seen ganz versperrt werden).
  • Das Betreten der Strände wird kostenfrei (bisher oft gebührenpflichtig). Die Kurtaxe wird nur noch von Übernachtungsgästen erhoben.
  • Die dem Land bekannten, dem Gemeingebrauch unterliegenden Flächen und Wege werden auf einer Karte im Internet veröffentlicht und können auch von Nutzern ergänzt und kommentiert werden.

Zur ‚Satzung der Gemeinde Sylt über die Einschränkung des Gemeingebrauchs am Meeresstrand‘ [1][2] der Gemeinde Sylt erklärte der Gemeindevertreter Christian Thiessen

Viele Verbote gab es zwar schon in der alten Satzung. Aber nun sei Zeit, die überflüssigen Paragraphen endlich abzuschaffen.
Gäste der Jugendherberge in Rantum dürfen theoretisch nicht am Strand Gitarre spielen und singen. Das ist doch weltfremd!

Ebenso auf der Not-to-do-Liste: Fotos und Videos für gewerbliche Zwecke machen.
Ich schätze, dass 90 Prozent der Vermieter auf ihrer Homepage Fotos vom Strand haben. Auch das ist eigentlich nicht erlaubt.
Eine „Free-Culture-Lizenz“ [3] nach Creative Commons darf nicht verboten werden nur weil sie auch die kommerzielle Nutzung erlaubt

Immerhin, eine gute Nachricht gibt es doch noch: Poppen und kiffen ist nach unserer Satzung noch erlaubt. Kiffen natürlich nur aus medizinischen Gründen.

 

Pidder Lüng (Detlev von Liliencron)
Frei ist der Fischfang,
frei ist die Jagd,
frei ist der Strandgang,
frei ist die Nacht,
frei ist die See, die wilde See
an der Hörnumer Reede.

[1] Sylter Rundschau: Fotos, Alkohol, Musik: Sylter Strandsatzung macht Schluss mit lustig
[2] Ankerherz: VERBOTE AUF SYLT: Wem gehört ein Foto vom Strand?
[3] Creative Commons: Understanding Free Cultural Works


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Christian Thiessen

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