Ethikunterricht statt religiöser und kirchlicher Bevormundung

Ethikunterricht

Religion ist Privatsache

Zur aktuellen Diskussion um einen Vorschlag der SPD zur Einführung von konfessionslosem Ethikunterricht in Schleswig-Holstein erklärt Arne Wulf, Mitglied im Landesvorstand und Kandidat zur Landtagswahl:

Arne Wulf, Listenplatz 8

Arne Wulf, Listenplatz 8

„Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die SPD mit ihrem Vorhaben unsere Forderung nach einem konfessionslosen Ethikunterricht unterstützt. Wir setzen uns seit unserer Gründung für die Trennung von Religion und Staat ein, da Religion Privatsache ist. In unserem Wahlprogramm fordern wir den konfessionsgebundenen Religionsunterricht durch ein Schulfach „Ethik“ zu ersetzen, das die Fragen „Wie leben wir?“ und „Ist es gut so, wie wir leben?“ unvoreingenommen stellt und mit allen Schülern – gleich welcher religiös-kulturellen Herkunft – zu beantworten sucht.

Religionen bilden noch heute für viele Menschen ein wichtiges Wertegerüst, aber die zurückgehenden Mitgliedszahlen der Kirchen zeigen auch, dass die Vermittlung religiöser Werte allein nicht mehr zeitgemäß ist. Es gilt ein vom Glauben unabhängiges Ethikkonzept zu vermitteln und hinterfragen sowie kulturelle Unterschiede und deren Entstehung zu vermitteln. Nur so können unsere Kinder sich selbstständig ein ihren Vorstellungen entsprechendes Wertegerüst aufbauen und Orientierung finden. Außerdem kann durch grundlegende Kenntnisse über die verschiedenen Religionen und Kulturen dem zunehmenden Rechtspopulismus und seinen bewusst falschen Aussagen über bestimmte Religionsgemeinschaften ein Riegel vorgeschoben werden. Darüber hinaus gilt es neben dem christlichen und islamischen Glauben genauso dem Judentum und den vielen weiteren Religionen wie dem Buddhismus gerecht zu werden. Dies kann und soll die Schule nicht leisten, sondern dies ist Aufgabe der jeweiligen Religionsgemeinschaften.“