Politischer Muttertag 2026: Zeit für echte Entlastung statt symbolischer Blumensträuße

Veröffentlicht am in Gesellschaft, Gesundheit, Soziales
Schwangere Person mit herzgeformter Hand

Triggerwarnung:

Dieser Text befasst sich mit struktureller und häuslicher Gewalt, Gewalt in der Geburtshilfe sowie psychischen Krisen und Armut.

Alle Jahre wieder wird der zweite Sonntag im Mai zum Festtag der Blumenindustrie hochstilisiert [1]. Obgleich ein einziger Tag der symbolischen Idealisierung die restliche gesellschaftliche und ökonomische Abwertung kompensieren soll, reicht ein einfaches „Danke“ schon lange nicht mehr aus. Ein politischer Muttertag bedeutet für uns Piraten Schleswig-Holstein dementsprechend, klarzustellen: Mutterschaft darf kein privates Risiko und erst recht keine individuelle Überlastungsfalle sein. Schließlich ist Mutterschaft an sich nicht das Problem. Vielmehr ist es die Realität, dass Staat, der kapitalistische Arbeitsmarkt und das Patriarchat unbezahlte Sorgearbeit systematisch ausbeuten. [2]

Grundlage für Freiheit, Würde und gesellschaftliche Teilhabe ist für uns das uneingeschränkte Recht auf reproduktive Selbstbestimmung. Nichtsdestotrotz sind schwangere Personen und Menschen, die schwanger werden können, in Deutschland auch im Jahr 2026 dem patriarchalen Druck des Strafrechts unterworfen. [3] Dass der Staat einer Person vorschreibt, nach einer Pflichtberatung tagelang über die eigene Entscheidung nachzudenken, spricht der Person die Mündigkeit fundamental ab. Für uns Piraten SH ist klar, dass der § 218 StGB ersatzlos gestrichen gehört. Darüber hinaus sorgt das veraltete Abstammungsrecht, welches queere Familienmodelle in besonderer Härte trifft, immer noch für Diskriminierung. Wird beispielsweise ein Kind in eine Ehe zweier Frauen geboren, verwehrt das Gesetz der nicht-gebärenden Person noch immer die automatische Anerkennung der Mit-Mutterschaft. Stattdessen wird die Person in das entwürdigende Verfahren der Stiefkindadoption gezwungen. [4] Wir Piraten fordern daher: Familie ist dort, wo Menschen füreinander Verantwortung übernehmen, weshalb das Abstammungsrecht queere Realitäten endlich diskriminierungsfrei abbilden muss. [5]

Wenn sich eine Person dennoch entscheidet, ein Kind auszutragen, betritt sie ein Gesundheitssystem, das durch jahrelange Ökonomisierung regelrecht kaputtgespart wurde. [6] Einerseits gefährdet der eklatante Hebammenmangel die Grundversorgung im Wochenbett massiv. [7] Andererseits macht das System der Fallpauschalen technokratische Eingriffe lukrativer als die zeitintensive Betreuung einer physiologischen Geburt. Infolgedessen erleben fast 43 % der Gebärenden hierzulande medizinische Eingriffe ohne explizite Zustimmung. [8] Auch wenn solche Übergriffe in konservativen Kreisen gerne negiert oder als reine „medizinische Notwendigkeit“ verharmlost werden, muss dies klar benannt werden: Es bedeutet schlichtweg strukturelle Gewalt, wenn Menschen unter der Geburt systematisch das Recht auf körperliche Selbstbestimmung und Aufklärung entzogen wird.

Ferner dürfen wir nicht vergessen, dass Mutterschaft ohnehin nicht für alle gleich ist. Die gesellschaftliche Realität ist stark von Intersektionalität geprägt. [9] Nimmt man beispielsweise eine alleinerziehende, sorgeleistende Person mit Behinderung und Migrationsgeschichte in den Blick, vervielfachen sich die Hürden drastisch. Diese kämpft nicht nur mit der „Motherhood Penalty“ (Mütterstrafe) auf dem Arbeitsmarkt [10], sondern zeitgleich mit multidimensionaler Diskriminierung [11] sowie einem Sozialsystem, das historisch primär auf die chronisch gesunde Kleinfamilie zugeschnitten ist und viele Lebensrealitäten bis heute strukturell ausschließt. Dass dringend benötigte Projekte wie die Kindergrundsicherung zuletzt krachend gescheitert sind, ist dementsprechend ein politisches Armutszeugnis. [12]

Hinzu kommt die desolate staatliche Kinderbetreuung. Der grassierende Fachpersonalmangel in Kitas und der stockende Ganztagsausbau führen zu ständigen Ausfällen und drastisch reduzierten Betreuungszeiten. Anstatt dass der Staat verlässliche, flächendeckende Infrastrukturen schafft, wird das Betreuungsproblem stillschweigend zurück ins Private verlagert [13]. Wer die Vereinbarkeit von Familie und Beruf anpreist, aber die Betreuungsinfrastruktur kollabieren lässt, betreibt systematische Ausbeutung. Dies wird zudem durch die mangelnde Väterverantwortung weiter verschärft [14]. Solange ein Großteil der unbezahlten Care-Arbeit und des organisatorischen Aufwands gesellschaftlich als weibliche Selbstverständlichkeit vorausgesetzt wird, können sich Väter oftmals auf der sogenannten „patriarchalen Dividende“ und ihren Karrierewegen ausruhen. Das System begünstigt, dass sich Männer aus der Verantwortung ziehen, während Mütter im Hintergrund das System bedingungslos am Laufen halten müssen [15].

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es absolut nicht ausreicht, Müttern im Mai für die aufgezwungene Aufopferungsbereitschaft zu danken. Wenn Mütter unter dem immensen „Mental Load“ [16] zusammenbrechen oder den Schritt in die Mutterschaft mittlerweile sogar bereuen (das sogenannte Regretting Motherhood) [17], ist dies keine individuelle Schwäche, sondern ein klarer Ausdruck struktureller Überlastung. Aus diesem Grund fordern wir Piraten echte, strukturelle Entlastung, wie z.B. das Bedingungslose Grundeinkommen (BGE). Es durchbricht folglich den Zwang zur Erwerbsarbeit unter toxischen Bedingungen, entzieht ökonomischer Abhängigkeit nachhaltig den Nährboden und sorgt somit für echte Selbstbestimmung.

Quellen:

[1] https://www.uni-wuppertal.de/de/third-mission/wissenschaftskommunikation/jahr100wissen/2023/einfuehrung-des-muttertags/
[2] https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/02/PD24_073_63991.html
[3] https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2025/kw07-pa-recht-schwangerschaftsabrueche-1038836
[4] https://www.juris.de/jportal/portal/page/homerl.psml?nid=jpr-NLFR000009425&cmsuri=%2Fjuris%2Fde%2Fservices%2Fnews%2Fnews-detail.jsp
[5] https://landesportal.piratenpartei-sh.de/wahlen/wahlprogramm/#adoptionsrecht-fuer-alle
[6] https://hebammenverband.de/wp-content/uploads/2024/06/2024_DHV_Parl.Abend_Zahlen-Daten-Fakten.pdf
[7] https://mother-hood.de/informieren/situation-geburtshilfe/
[8] https://www.gerechte-geburt.de/wissen/gewalt-in-der-geburtshilfe/zahlen-deutschland/
[9] https://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/108251/ssoar-2026-tietjen-Intersektionale_Perspektiven_auf_Mutterschaft_und.pdf?sequence=1
[10] https://fortunalista.de/finanzwissen/finanzplanung/motherhood-lifetime-penalty
[11] https://www.bundesstiftung-gleichstellung.de/wp-content/uploads/2025/07/250724_BSG_Studie_Geschlechtervielfalt-2_Gleichstellungspolitik_2B.pdf
[12] https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2026/kw17-de-aktuelle-stunde-sozialabbau-1166792
[13] https://landesportal.piratenpartei-sh.de/gesundheit/die-unsichtbare-hypothek-warum-wir-beim-schutz-von-kindern-und-erzieherinnen-radikal-umdenken-muessen/
[14] https://www.bundesstiftung-gleichstellung.de/wp-content/uploads/2025/10/Care-und-Maennlichkeit-Langfassung_23102025.pdf
[15] https://gender.blogs.hoou.de/mannlichkeit/
[16] https://www.ad-hoc-news.de/boerse/ueberblick/mental-load-studie-zeigt-alarmierende-kluft-zu-jahresbeginn-2026/68461530
[17] https://www.marktforschung.de/marktforschung/a/regretting-parenthood-wenn-eltern-ihre-elternschaft-bereuen/

Leichte Sprache:

Politischer Muttertag 2026: Zeit für echte Entlastung und wirkliche Hilfe.

Achtung:

Dieser Text spricht über Gewalt in der Familie und im Krankenhaus.

Der Text spricht auch über seelische Krankheiten und das Leben in Armut.

Jedes Jahr im Mai feiern wir den Muttertag.

Die Blumen-Verkäufer verdienen an diesem Tag viel Geld.

Die Gesellschaft lobt die Mütter an diesem einzigen Tag.

An allen anderen Tagen wertet die Gesellschaft die Mütter ab.

Ein einfaches Danke ist dafür viel zu wenig.

Wir Piraten aus Schleswig-Holstein fordern einen politischen Muttertag.

Mütter brauchen den vollen Schutz der Gesellschaft.

Mutterschaft ist eine große und wertvolle Aufgabe.

Der Staat und die Wirtschaft beuten die Pflege-Arbeit von Müttern jedoch aus.

Männer haben in unserer Gesellschaft immer noch die meiste Macht.

Diese Macht-Verteilung schadet den Müttern stark.

Alle Menschen haben das Recht auf freie Entscheidungen über den eigenen Körper.

Dieses Recht bringt den Menschen Freiheit und Würde.

Das deutsche Straf-Recht unterdrückt schwangere Personen weiterhin stark.

Der Staat zwingt schwangere Personen zu einer Pflicht-Beratung vor einem Schwangerschafts-Abbruch.

Danach zwingt der Staat die Personen zu einer langen Wartezeit.

Dieses Gesetz bevormundet die betroffenen Menschen extrem.

Wir Piraten fordern die sofortige Abschaffung von dem Paragrafen 218.

Zudem benachteiligen alte Gesetze Familien mit gleich-geschlechtlichen Eltern.

In einer Ehe von zwei Frauen bekommt nur die gebärende Frau die sofortige Mutterschaft.

Die andere Frau muss das gemeinsame Kind mühsam adoptieren.

Dieses Verfahren verletzt die Würde dieser Familien.

Familie entsteht durch die Übernahme von Verantwortung für andere Menschen.

Die Gesetze müssen alle Familien-Formen gleich und gerecht behandeln.

Schwangere Personen erleben große Probleme im Gesundheits-System.

Die Politik hat dieses System durch Spar-Maßnahmen stark beschädigt.

Der Beruf der Hebamme leidet unter einem riesigen Personal-Mangel.

Krankenhäuser verdienen mit Operationen mehr Geld als mit einer natürlichen Geburt.

Viele Gebärende erleben medizinische Eingriffe gegen ihren eigenen Willen.

Konservative Politiker spielen diese Übergriffe oft als medizinische Pflicht herunter.

Wir benennen diese Taten ganz klar als Gewalt an Gebärenden.

Das System beraubt die Menschen bei der Geburt um ihr Recht auf den eigenen Körper.

Mütter erleben den Alltag in unserer Gesellschaft sehr unterschiedlich.

Eine alleinerziehende Mutter mit Behinderung und Einwanderungs-Geschichte hat besonders große Schwierigkeiten.

Diese Mutter verliert durch das Kind viel Geld auf dem Arbeits-Markt.

Gleichzeitig leidet diese Person unter mehrfacher Ausgrenzung in der Gesellschaft.

Unser Sozial-System hilft meistens nur gesunden Familien mit Vater, Mutter und Kind.

Das System benachteiligt andere Familien-Formen sehr stark.

Die Politik hat die wichtige Kinder-Grund-Sicherung gestoppt.

Dieser Stopp ist ein riesiger Fehler der Regierung.

Die staatliche Kinder-Betreuung befindet sich in einem sehr schlechten Zustand.

Den Kitas fehlt eine riesige Menge an Fach-Personal.

Kitas schließen oft oder kürzen die Betreuungs-Zeiten massiv.

Der Staat wälzt diese Betreuungs-Probleme einfach auf die Familien ab.

Die Forderung nach Arbeit und Familie gleichzeitig bedeutet unter diesen Umständen reine Ausbeutung.

Zusätzlich überlassen Väter die Erziehung meistens komplett den Müttern.

Die Gesellschaft erwartet die unbezahlte Pflege-Arbeit automatisch von den Frauen.

Väter nutzen diese freie Zeit für den eigenen Aufstieg im Beruf.

Unser System belohnt Männer für das Wegschauen bei der Familien-Arbeit.

Die Mütter retten das System durch ihre dauerhafte und harte Arbeit.

Ein einfacher Dank an die Mütter im Mai ist viel zu wenig.

Mütter brechen unter der riesigen Belastung oft zusammen.

Einige Frauen bereuen ihre Entscheidung für die Mutterschaft aufgrund dieser Belastung.

Dieser Zustand ist die direkte Folge von einer fehlerhaften Gesellschaft.

Die Mütter leiden unter einer massiven strukturellen Überlastung.

Wir Piraten fordern echte und starke Hilfen für alle Mütter.

Das Bedingungslose Grund-Einkommen ist eine solche starke Hilfe.

Dieses Einkommen beendet den Zwang zu krankmachender Arbeit.

Das Grund-Einkommen schafft echte Unabhängigkeit vom Geld anderer Personen.

Dadurch ermöglicht das Grund-Einkommen ein wirklich selbst-bestimmtes Leben.

[Dieser Artikel ist KI und menschlich lektoriert und mithilfe des Piratinnennetzwerks entstanden. Der leichte Sprache-Teil ist KI generiert]

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