Offener Brief an den Geschäftsführer der Asklepios Klinik

In einem persönlichen Brief an Christian Thiessen, den Gemeinderatsvertreter der PIRATEN auf Sylt äußerte Florian Nachtwey, Geschäftsführer der Asklepios Nordseeklinik, schwere Vorwürfe gegen den Vorsitzenden des Sozialausschusses, Eberhard Eberle. Er bat Herrn Thiessen, sich aus der Diskussion um die Asklepios Klinik herauszuhalten.

Als Reaktion auf diesen Brief äußert sich Thiessen wie folgt:

Sehr geehrter Herr Nachtwey,

herzlichen Dank für Ihr Schreiben. Bitte nehmen Sie hiermit zur Kenntnis, dass ich eine öffentliche Diskussion bevorzuge.

Der Sozialausschuss der Gemeinde Sylt hatte Sie zur Sitzung eingeladen, leider sind Sie dieser Einladung nicht gefolgt.  In einem direkten Gespräch hätte man formal falsche Aussagen ohne weiteres berichtigen können.

Aber bitte erlauben Sie mir eine Frage:
Wie sieht das Geschäftsergebnis aller zur Asklepios gehörenden Firmen auf Sylt aus?

Es darf durchaus sein, dass einzelne Bereiche im Geschäftsbereich einer Firma keine schwarzen Zahlen schreiben und diese dann von anderen Bereichen aufgefangen werden. Das nennt sich dann Mischkalkulation und Solidarprinzip.  Natürlich kann man die gewinnbringenden Teile eines Betriebes in eigene Firmen auslagern und dann vom Rest behaupten, er sei nicht kostendeckend und daher nicht zu halten. Wenn es sich bei dieser Firma aber um die Klinik handelt, welche die Versorgung der Sylter Bürger sicherstellen soll, und dabei diejenigen Geschäftsbereiche der Klinik ausrangiert werden, die für die Existenz der Insulaner unerlässlich sind, dann entbehrt ein solches Verhalten jeglicher sozialer Verantwortung.

Man kann sich auch weigern, Tarifverträge mit VERDI abzuschließen und dann Betriebsteile in neue Firmen auslagern um auf Kosten der Mitarbeiter den eigenen Gewinn zu maximieren. Auch ein solches Verhalten ist aber sozial nicht zu verantworten.

Bitte nehmen Sie zu Kenntnis, dass die Bürger der Insel Sylt sich nicht blenden lassen! Die meisten haben bereits jegliches Vertrauen in den Asklepios Konzern verloren. Noch haben Sie die Möglichkeit, dieses Vertrauen zurückzugewinnen, indem Sie sich für persönliche Gespräche öffnen und sich bereiterklären, sich gemeinsam öffentlich an einen Tisch zu setzen – mit den politischen Vertretern der Gemeinde Sylt, aber auch mit VERDI.

Dem Vorsitzenden des Sozialausschusses, Herrn Eberhard Eberle, möchte ich hiermit im Namen der PIRATEN und der ganzen Gemeinde noch einmal in aller Öffentlichkeit meinen Dank aussprechen für seinen unermüdlichen Einsatz im Dienste aller werdenden Mütter der Insel Sylt.


Kommentare

4 Kommentare zu Offener Brief an den Geschäftsführer der Asklepios Klinik

  1. Eine Schwangere schrieb am

    Als werdende Mutter bin ich dankbar, solch couragierte Menschen in der Politik zu haben!
    Vielen Dank!!!!

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