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Stream now! – Politik zum Menschen bringen

Stream und Politik

Mein Alltag bei den Piraten – ihre Werkzeuge

Icons_streampolitikIch sitze noch beim Frühstück, als mein Smartphone sich meldet: eine neue Direktnachricht via Twitter (http://de.wikipedia.org/wiki/Twitter) mit einem Link zu einem Pad (http://de.wikipedia.org/wiki/EtherPad), verbunden mit der Bitte, doch mal schnell ins Mumble (http://de.wikipedia.org/wiki/Mumble) zu kommen.

Für mich Alltag

Was sich für einige seltsam anhören mag, ist für mich Alltag: Ein PIRAT hat mir eine private Kurznachricht auf mein Telefon geschickt. Die in dieser Nachricht angegebene Adresse führt mich zu einer Internetseite, die es mir erlaubt, gemeinsam und gleichzeitig mit anderen an Texten zu arbeiten. Alle Änderungen können die Teilnehmer sofort sehen. Jedem wird eine bestimmte Farbe zugeordnet, so dass ich auch später noch erkennen kann, wer was verändert hat. Parallel dazu diskutieren wir mit Hilfe einer Sprachkonferenzsoftware (Mumble), die ich einfach nur per Mausklick auf meinem Rechner öffne.

In dieser Sitzung geht es um die Vorbereitung auf eine Podiumsdiskussion zu umweltpolitischen Themen. Die Eingeladenen sind alle Themenbeauftragte – Menschen quer durch Deutschland, die sich innerhalb der Piratenpartei mit einem Thema besonders gut auskennen.
Ich selbst bin zuständig für die Landwirtschaft, ein Kollege für Umweltschutz, andere für Energiepolitik, Bauen und Verkehr oder Verbraucherschutz. Das Besondere an dieser Podiumsdiskussion ist, dass wir sie später ebenfalls im Mumble stattfinden lassen. So ist es viel einfacher, externe Referenten zu gewinnen, weil eine zeitaufwändige Anreise entfällt. Wir sind in der Lage, einen kompletten Konferenzsaal zu füllen – virtuell. Es gibt ein virtuelles Podium, auf dem nur die Referenten und der Moderator sprechen können. Und es gibt das Auditorium, das bequem zu Hause am Lautsprecher des eigenen Computers sitzt, um die Podiumsdiskussion im Mumble verfolgen zu können.

Das reale Leben

Natürlich arbeite ich nicht nur mit Hilfe des Internets. Ganz real ist das Treffen mit der Piraten-Fraktion im Kieler Landtag. Vor der Sitzung des Umwelt- und Agrarausschusses treffe ich mich mit der Abgeordneten Angelika Beer und dem Umweltreferenten Andreas Halle, um mich mit ihnen über aktuelle Themen auszutauschen. Als Gast habe ich während der Sitzung kein Rederecht. Das ist für mich jedes mal eine echte Herausforderung: Während der Sitzungen ergeben sich immer wieder neue Fragestellungen, die ich so eigentlich nicht unbeantwortet lassen möchte.

Ganz real ist auch der Piratentreff am Abend in Tornesch, bei dem Parteimitglieder und interessierte Bürger des Kreises Pinneberg zusammen kommen. Diesmal planen wir Aktionen für den Wahlkampf und bereiten zwei Veranstaltungen zum Thema Datenschutz und Überwachung vor. Wir nehmen uns aber auch die Zeit, über Gott und die Welt zu klönen.

Alles Ehrenamt

Zu Hause wartet weitere Arbeit auf mich. Als Mitglied einer noch relativ kleinen Partei, die fast ausschließlich ehrenamtlich arbeitet, beantworte ich auch spät abends noch Anfragen wie zum Beispiel Wahlprüfsteine. Das sind Fragen, die uns u. a. von Verbänden und Vereinen erreichen. Die Anfragenden wollen die Positionen der Piratenpartei zu den ihnen wichtigen Themen erfahren, um ihren Mitgliedern auf dieser Grundlage Wahlempfehlungen geben zu können.

Morgen habe ich ein Telefoninterview mit einer Schulklasse. Außerdem will ich noch Kaperbriefe (unsere Informationszeitung) und Flyer zu bestimmten Themen verteilen. Im Terminkalender stehen diesmal Elmshorn und Wedel. Dabei kommt es meist zu interessanten Gesprächen, in denen ich Bürgern Rede und Antwort stehe. Ich will auch noch weitere Plakate aufhängen und eine kleine Anfrage für die Fraktion in Nordrhein-Westfalen muss auch noch formuliert werden.

Falls sich nicht schon wieder mein Smartphone beim Frühstück meldet: Eine neue Direktnachricht via twitter mit einem Link zu einem Pad, verbunden mit der Bitte, doch mal schnell ins Mumble zu kommen …

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