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Freiheit statt Angst!

Freiheit statt Angst!

Aufruf zur Großdemonstration „Freiheit statt Angst“ am 07.September 2013 in Berlin

Eine meiner letzten aktiv begleiteten Demos fand auch in Berlin statt. 1968 marschierte ich – studentisch aufgeheizt – neben Rudi Dutschke und Konsorten, um den „Muff unter den Talaren“ zu lüften. Wir waren – rückblickend betrachtet – ziemlich erfolgreich. Wir waren die „68er“! Wir waren der Zündfunke für eine freiere Gesellschaft.

Heute würde ich das gerne wiederholen. Leider macht mir meine Terminplanung einen Strich durch diese Rechnung. Ich kann nicht nach Berlin fahren. Das „Establishment“ hat mich fest im Griff.

Umso wichtiger finde ich, dass andere jetzt den Staffelstab aufnehmen und den Regierenden mal gehörig „Pfeffer in den A… blasen.“ (freies Zitat nach „Pygmalion“ oder auch „My Fair Lady“). Wir müssen – und DÜRFEN (!) noch – die Richtung der Politik vorgeben.

Inzwischen hat die Geschichte gezeigt, dass Demos Erfolg haben können. Beispiele gibt’s genug (der „Deutsche Herbst 1989“ sei hier exemplarisch angeführt) – lasst uns eines anfügen! Fahrt alle nach Berlin und kämpft für eine freiheitliche Gesellschaft, die sich nicht fürchten muss vor Überwachung! Fahrt bitte auch in meinem Auftrag – nächstes Mal bin ich dann wieder selbst dabei. C. Michael Mette

1984 – eine Fiktion – 2013 – die Wirklichkeit?

Die diesjährige Groß-Demonstration „Freiheit statt Angst“ (Samstag, 7. September, 13 Uhr: Berlin, Alexanderplatz) erfährt zur Zeit eine besondere Aktualität. Durch die Enthüllungen des Whistleblowers Edward Snowden wurde der größte Überwachungsskandal der jüngsten Geschichte aufgedeckt.

Angesichts der weitreichenden Enthüllungen überbietet sich Schwarz-Gelb Woche für Woche mit immer abstruseren Versuchen, den größten Bespitzelungs-Skandal aller Zeiten einfach abzustreiten. Zur Krönung hat die Regierungskoalition jetzt auch noch die Aussprache zum Thema in der Generaldebatte unterdrückt. Das Kabinett Merkel verweigert die Aussage. Klarer kann man seine Schuld kaum eingestehen.

Dem treten wir Piraten entschieden entgegen!

Dabei geht es uns nicht allein um das gegenwärtige Sammeln der Daten. Sondern auch um die mögliche Verwendung der Daten in der Zukunft. Besorgnis erregend sind besonders die Möglichkeiten der Datenanalyse. Theoretisch könnten mit Hilfe der gesammelten Datensätze und mit den entsprechenden Analyseprogrammen (XKeystore und Konsorten) individuelle Persönlichkeitsprofile aller Internetnutzer erstellt werden.

Deshalb wollen wir vor der Wahl ein klares Zeichen für Bürgerrechte setzen und die Überwacher zurück hinter die rote Linie des Grundgesetzes treiben.

Wir Piraten fordern alle Bürger zur Teilnahme auf!

Mit der Demo in Berlin stellen wir uns ganz deutlich und einmal mehr gegen den ausufernden Überwachungswahn. Die Beteuerungen der Bundesregierung, dass laut Auskunft der NSA keine Gesetzesübertretung in Deutschland stattgefunden hat, zeigt, dass die Verantwortlichen die Funktionsweise des globalen Internet scheinbar noch immer nicht verstanden haben.

Weil ein offener, gesellschaftspolitischer, kultureller und sozialer Austausch nur durch eine überwachungsfreie Kommunikation möglich ist, müssen wir uns alle dafür stark machen.

Demo „Freiheit statt Angst“ – die Eckpunkte

Termin: 7. September 2013
Auftakt: 13 Uhr am Alexanderplatz (Karl-Marx-Allee)

An der Demo „Freiheit statt Angst“ nehmen mehr als achtzig Organisationen, Vereine und Initiativen teil. Diese Demonstration ist nicht nur in der Netzgemeinde eine Institution. Seit 2007 wird im Spätsommer traditionell gegen allerlei Überwachungsgesetze, technisches Unverständnis der Regierenden und für eine Renaissance der Freiheitsrechte im digitalen Zeitalter gestritten.

Jeder ist herzlich eingeladen, seine Stimme gegen den Überwachungswahn laut zu erheben und für eine freie und offene Gesellschaft einzustehen.

Die Demoroute der „Freiheit statt Angst“ 2013:

Karl-Marx-Allee/Otto-Braun-Straße/Alexanderstraße -> Alexanderstraße -> Stralauer Straße -> Spandauer Straße -> Anna-Louisa-Karsch-Straße -> An der Spandauer Brücke -> Rosenthaler Straße -> Weinmeisterstraße -> Münzstraße -> Memhardstraße -> Alexanderstraße

2 Kommentare

  1. Auf auf nach Berlin. Alles ist an diesem Wochenende unwichtig. Lasst uns gegen den Wahnsinn demonstrieren, solange wir noch dürfen. Die Demokratie steht auf dem Spiel.

    p.s.: wo kommen die Augen her? Darf man das erfahren?

    • Frank Walle

      07/09/2013 @ 1:16

      Haa… das ist ja mal im PS eine der weniger interessanten Fragen. Es sei denn, du möchtest aus Urheberrechtlichen-Bedenken…. wissen wo das Bild her kommt. Wenn Du möchtest könnte ich erklären… muss/möchte aber nicht unbedingt. #mussjanicht