Alle Versionen wieder: Windows & Privatsphäre

Bild: CC-BY- ToddABishop

Piraten bieten Hilfe für Nutzer an

Gut einen halben Monat ist Windows 10 nun offiziell verfügbar. Und wie bei mittlerweile jeder Neuerscheinung aus Redmond kocht die Empörung über die Privatsphäreneinstellungen hoch. Dieses Mal ist der Sturm der Entrüstung zumindest gefühlt sogar noch stärker als in der Vergangenheit.

Wir alle sind durch Datensammelwut verunsichert, ob sie nun von staatlicher Seite geschieht oder durch ein Wirtschaftsunternehmen wie Google/Alphabet oder Microsoft. Doch wir werden das allgemeine Problem, dass unsere Daten für uns undurchschau- und unkontrollierbar durchs Netz zu wabern scheinen, nicht lösen, indem wir einem einzigen Hersteller den Schwarzen Peter zuschieben. Das Vorgehen von Microsoft ist weder neu noch auf das eigene Betriebssystem Windows beschränkt. Ähnliche Rechte räumen sich auch Apple und Google für ihre Betriebssysteme ein – ohne den Käufer überhaupt zu fragen, ob ihm das recht ist und ohne ihn über etwaige Konsequenzen aufzuklären. Was bei Mac OS X für Apple Computer oder bei Smartphones und Tablets unter iOS und Android kaum jemanden zu stören scheint, führt bei Produkten aus dem Hause Microsoft regelmäßig zu einem großem Aufschrei.

Dabei geht Microsoft überraschend offen damit um, welche nutzerspezifischen Daten der Konzern sammelt. Dies ist nicht erst seit Windows 10 der Fall; bereits bei Windows 8 wurde der Anwender vor die Wahl gestellt, was und wie er bereit war, von sich preiszugeben.

Win10_Express

Das Vorgehen von Microsoft und auch der übrigen großen Hersteller von Betriebssystemen hinsichtlich Privatsphäre und Datenschutz mag fragwürdig sein. Verwundern kann es nicht; wir sind längst in einer Zeit angekommen, in der wir für Dienstleistungen im Internet oder auf unseren elektronischen Geräten allein mit unseren Daten bezahlen: Sei es nun in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Twitter oder anderen für uns selbstverständlichen Diensten (Free-Webmailer, Filesharing, etc.), immer finanzieren wir diese für uns kostenfreien Angebote mit der Preisgabe unserer persönlichen Daten.

Sich dies bewusst zu machen und bei der Auswahl der eingesetzten Software oder Dienstleistungen zu bedenken, gehört zu den neuen Medienkompetenzen, welche wir uns aneignen müssen. Damit versetzen wir uns auch in die Lage, die Kontrolle über unsere Daten zurückzuerlangen und Software sowie Webdienste entsprechend auszuwählen, einzustellen und zu nutzen.

Im Fall von Windows 10 möchte die Piratenpartei es den Nutzern dieser Software ein klein wenig einfacher machen und stellt hier die entsprechenden Einstellungen als Windows-Paket bereit. Nach der Installation sind die Einstellungen zum Datenschutz so konfiguriert, dass Windows 10 keine unerwünschten Daten mehr sendet.

Sie können unser Tool hier herunterladen.
Bitte beachten Sie: Auch wenn wir unser Hilfs-Tool nach bestem Wissen getestet haben, können wir keine Verantwortung dafür übernehmen, dass dieses auch auf allen Windows-10-Installationen funktioniert. Von einem Einsatz auf anderen Versionen außer Windows 10 raten wir ab.

Für Rückfragen, Anmerkungen und bei Problemen können Sie uns eine E-Mail unter win10@it.piratenpartei.de senden.

Alternativ kann man mit dieser Anleitung die Datenschutzeinstellungen von Windows 10 selbst verändern.

[UPDATE]
Ein so angepasstes Windows wird selbstverständlich nicht jeglichen „Funkverkehr“ einstellen. Allerdings ist das vollständige unterbinden jeglicher Kommunikation mit vielen Seiteneffekten verbunden. Dies fängt alleine schon bei der anzeige der vorhanden Internetverbindung an.  Und gerade Benutzer die sich über einen Live-Account an Windows anmelden können hier in Mitleidenschaft gezogen werden. Daher sind solch weitreichende Eingriffe ins System nicht umgesetzt.

[UPDATE 2]
Und da uns einige Fragen erreicht haben wie wir vorgegangen sind. Die entsprechenden Einstellungen wie auf der Wiki-Seite beschrieben werden unter Windows in der
Registry, einer Windows internen Datenbank für Einstellungen, gespeichert. Leider existiert eine vollständige Übersicht der einzelnen Punkte in der Registry nicht, so dass es schwerfällt die Einstellungen automatisiert zu setze. Um es den Anwender dennoch einfach zu machen, sind wir hingegangen und haben mittels eines Programmes zur Erstellung von Setup-Paketen ein
Vorher / Nachher Abbild der Registry erstellt. Es wurden also alle entsprechenden Optionen aktiviert und der Zustand der Registry erfasst. Danach wurden die entsprechenden Optionen manuell deaktiviert und der neue Zustand der Registry erfasst. Somit wussten wir welche Einträge betroffen sind und haben daraus ein Installationsprogramm, welches lediglich die betroffenen Einstellungen in der Registrierungsdatenbank von Windows deaktiviert bzw. löscht erstellt.

Es handelt sich um die in der Presse schon hinlänglich diskutierten Einstellungen für den Datenschutz, bei den Benutzerkonten, unter Netzwerk sowie dem Update Prozess.

Ein Beitrag von Borys Sobieski

borysBorys Sobieski ist seit 2009 PIRAT und engagiert sich seit 2011 in der Bundes-IT der Piratenpartei. Seit 2014 ist er dort fest angestellt.
E-Mail: borys.sobieski@it.piratenpartei.de
Twitter: @derBorys
Jabber: derBorys@jabber.piratenpartei.de


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