Der Milchmarkt brennt

(cc by: Detmar Kleensang)
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(ccby: Anne)

Aufhebung der Milchquote, Liberalisierung des Milchmarktes, Landesnaturschutz-, Artenschutz- Wasserschutzgesetz erschweren Rentabilität und gesicherte Existenz der Höfe. Brauchen wir auch ein „Fair Trade“ in der deutschen Milchviehwirtschaft ? Kann Quantität statt Qualität das Ziel sein? Mit 28 Cent pro Liter Milch, die die Bauern erhalten, stehen nicht nur kleine Betriebe, sondern auch die Höfe, die Investitionen getätigt haben vor der Frage des Aufgebens.Was sind Nahrungsmittel dem Verbraucher noch wert? Diese Fragen standen am Donnerstag, 4. Juni auf der Agenda des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter e.V.
Um einen Diskurs anzuregen und für Lösungsansätze zu werben, lud der  BDM Gäste aus der Praxis, Wirtschaft und Politik zu Hofbesichtigungen, Vorträgen und Gesprächen ein.
Rund 60 Gäste, darunter auch eine Abordnung der PIRATEN, informierten sich über Hofhaltung, Erfüllung von Auflagen und Vermarktungsstrategien.Leidenschaftlich forderten die Landwirte ein Umdenken bezüglich der Wertschätzung ihrer Arbeit und ihrer Produkte. Die Bezahlung entspräche bei weitem nicht der abgelieferten Qualität.
Mitreißend warb Peter Guhl, Vorsitzender der MEG Milch Board für neue Vermarktungswege. Kritisiert wurde die rein ökonomische Sicht. Viele Höfe seien seit vielen Generationen Familienbetriebe. Bei Aufgabe des Hofes verlieren die dort lebenden Menschen sowohl Arbeit als auch ihr Zuhause. Die Landwirte forderten besonders in Richtung Landwirtschaftsminister Dr. Robert Habeck Unterstützung ein.

Die PIRATEN fordern, dass die Größe der Betriebe der vorhandenen Fläche angepasst sein soll. Damit ist eine Kreislaufwirtschaft möglich, die unsere Ressourcen schont und den Bauern ein auskömmliches Einkommen sichert. Klar ist dann auch, dass so ein Einkommen nicht über Wachstum zu erwirtschaften ist, sondern über Qualität, die der Verbraucher honoriert. Die Politik der Discounter, wertvolle Lebensmittel unter Erzeugerpreisen anzubieten, muss endlich ein Ende haben.


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