Warum ich für die Piraten antrete

Svenja Funke

324003_2013-04-03_fognin_svenjas_p7_1680 In letzter Zeit wurde ich des öfteren gefragt, warum ich mich für eine Mitgliedschaft bei den Piraten entschieden habe. Aus den Reihen der Grünen gab es außerdem viel Kritik an meiner ehemaligen Doppelmitgliedschaft. Aus diesen Grund möchte ich allen Grünen und Grün-Sympathisanten mitteilen, dass ich keinerlei Groll gegen sie hege und nach wie vor hinter dem grünen Gedanken stehe. Kein Ideal der grünen Politik, weder die Nachhaltigkeit auf allen Ebenen noch die Gleichstellung der Geschlechter, habe ich aufgegeben. Dennoch fühle ich mich bei den Piraten aus folgenden Gründen wohler als in jeder anderen Partei dieses Landes:

1. Durch die Piraten habe ich wahnsinnig viel gelernt. Auf einmal sind meine Hemmungen vor technischen Fragestellung passe. Wenn ich etwas nicht verstehe, werde ich an die Hand genommen, wenn ich etwas nicht weiß, werden mit Mittel zur Weiterbildung zur Verfügung gestellt. Kurzum: Ich werde selbstständiger und bilde mich jeden Tag weiter.

2. Bisher habe ich noch keine Gruppe kennengelernt, in der man bei Diskussionen so kontrovers und gleichzeitig so konstruktiv und sachlich streitet. Dabei geht man unglaublich ehrlich und freundlich miteinander um. Vielleicht hab ich was verpasst, aber bisher gab es noch nichts, was man nicht direkt angesprochen hat und das ohne zu hinterm Rücken über andere herzuziehen.

3. Als große Befürworterin des BGE (s. gleichnamiger Blogeintrag) bin ich in dieser Partei wohl am besten aufgehoben. Meine Aktionen ( Straßenaktionen, Vorträge) werden 100%ig unterstützt.

4. Auch wenn man es auf den ersten Blick nicht vermutet, die Piraten sind in Sachen Umweltfragen mit den Grünen komplett auf einer Linie und manchmal sogar schon weiter ( s. http://www.shz.de/artikel/artikel/piratenpartei-zeigt-deutschland-wegen-fracking-an.html)

5. Antifaschismus war und ist ein wichtiges Thema. Die Arbeit gegen (Neonazis) nimmt bei allen mir bekannten Mitgliedern einen großen Stellenwert ein. Meine erste PM für Tim. H wurde sofort unterstützt und wie bei allen anderen demokratischen Parteien arbeiten sie mit allen anderen Nazigegnern eng zusammen.

6. Basispolitik in Reinform! Über mein heiß geliebtes und effektives Piratenpad, LQFB, Mailinglisten und wöchentliche Piratentreffs. Auch wenn die akribische Sauberkeit bei Wahlverfahren und der Kandidatenvorstellung ( Kanditdatentengrillen) sehr zeitaufwändig ist, ist sie meiner Meinung nach der einzige Weg, echte Basispolitik zu ermöglichen. Ebenso groß sind die Bemühungen um mehr direkte Demokratie auf allen Ebenen. Und wie geil ist denn bitte, dass alles ohne Delegierte auskommt?

7. Alles ist für jeden jederzeit einsehbar und transparent, sei es das Wahlprogramm, die Arbeit der Vorstände, Versammlungen durch Livestreams und die Blogs, twitteraccounts der Abgeordneten. Auch die hohe Prozentzahl der beantworteten Fragen auf abgeordnetenwatch.de ist an dieser Stelle zu nennen.

8. JEDER KANN MITMACHEN! Du kannst entscheiden, welche Themen z.B. die Landtagsfraktion angeht, Du kannst jedem jederzeit jede Frage per Mail stellen, Du kannst alle Treffen und Sitzungen besuchen und mit diskutieren, ohne Mitglied bei den Piraten zu sein.

9. Diese Partei ist in fast allen Ländern dieser Erde vertreten. Reger Austausch und Unterstützung bereichert Alle und ich weiß, dass meine Arbeit nicht nur in Deutschland etwas nützt.

10. Weder Alter und Geschlecht spielen eine Rolle. Wenn ich für etwas gewählt werde, dann nicht, weil ich es eine quotierte Liste gibt, sondern weil ich als Mensch geschätzt werde. Ich liebe diese und die vielen anderen Arten der direkten Reaktion auf meiner Arbeit. Auch ohne Quote sind z.B. sechs der Direktkandidaten und vier der Listenkandidaten weiblich. Es werden in Zukunft auch noch mehr Frauen bei den Piraten aktiv werden, sobald sie wissen, das sie hier auch ohne große Vorkenntnisse im technischen Bereich ernst genommen werden.

Es kann sein, dass ein oder mehrere Punkte auch bei anderen Parteien vertreten sind, doch sie alle zusammen gibt es nur bei den Piraten. Ich freue mich auf unseren Wahlkampf für die Kommunalwahl und bin verdammt stolz auf die vielen tollen Direkt- und Listenkandidaten im Kreis. Ich arbeite wie alle im Kreis ziel-orientiert, die Partei steht für mich immer an zweiter Stelle und ich bin daher offen für Zusammenarbeit jeglicher Art, solange wir dasselbe Ziel verfolgen und einander achten.


Kommentare

Ein Kommentar zu Warum ich für die Piraten antrete

  1. Volker Haß schrieb am

    Hallo Svenja,

    ein toller und für mich ein stark emotionaler Brief.

    Was der persönliche Umgang in unseren Kreisverband RD-Eck betrifft, habe ich den gleichen positiven Eindruck.
    Weiterhin finde ich es außergewöhnlich, dass wir direkt an politischen Themen mitarbeiten und abstimmen können.
    Dies alles von zu Hause aus.

    Auch gerichtet an unseren Vorstand – ich freue mich, dass du soviel Unterstützung erfährst.

    Gruß
    Volker

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