„Kommunalpolitik“, kann man das essen?

1,8 Prozent der Wähler haben uns bei der Kommunalwahl letztes Jahr das Vertrauen ausgesprochen. Diese Wähler plus die niedrige Prozenthürde für den Kreistag haben es möglich gemacht, dass nun auch ein Pirat das Vergnügen hat, aktiv am politischen Geschehen in der Region mit zu wirken. Und das wäre dann ich.

An dieser Stelle – und besser spät als nie – vielen Dank nochmal!!

Aber dass es überhaupt dazu gekommen ist, war einigermaßen erstaunlich. Denn zumindest gefühlt hatte ich sehr wenig Ahnung von Politik und Mitglied bei den Piraten war ich auch erst ein knappes Jahr, als hier die Kommunalwahl losging. Zu meiner Kandidatur ermuntert haben mich letztlich die Bewerber mit noch weniger Erfahrung. Denn abgesehen von den Kollegen, die nicht in der Gemeinde Sylt, oder für den Bundestag kandidieren wollten und anderen mit verhindernden Ämtern, stand nur noch ein Name vor mir auf der Liste. Und so war es – als Christian aus zeitlichen Gründen zurück zog – an mir, die Lücke zu schließen.

Nun, ein halbes Jahr im Geschehen, glaube ich einen groben Überblick zu haben, was mit „Kommunalpolitik“ gemeint sein könnte. Dass dies so ist, habe ich nicht zuletzt der grünen Fraktion zu verdanken, die mich von Anfang an fürsorglich umwarb, und seitdem stets für Fragen und kritische Auseinandersetzung zur Verfügung stand. Doch auch von außerhalb der Fraktion hatte ich bereits jede Menge Unterstützung. Diejenigen Kolleginnen und Kollegen, die in den Jahren zuvor die Gestaltung des Ratsinformationssystems voran gebracht haben (ich kenne noch nicht alle persönlich, aber ich weiß, dass es sie gibt), sowie die Leute in der Verwaltung, die mir von Anfang an immer einladend und offen entgegen getreten sind.

Inhaltlich ging es auch gleich richtig zur Sache: mit der Frage, wie viel gemeinsame Absprachen innerhalb von  Partei-Kooperationen demokratisch wären, mit der Frage ob es von Landratsseite aus legitim war sich dem Wähler gegenüber parteipolitisch zu positionieren (SPD warb mit „Dieter Harrsen muss Landrat bleiben“), und dann natürlich die Landratswahl selbst, bei der der alte, und neue Landrat per Losentscheid Dieter Harrsen hieß und sich aus – für mich immer noch unverständlichen Gründen – in der Öffentlichkeit feiern lassen konnte, als hätte er einen Pokal gewonnen.

Anhalten tut nun der Eklat um die von ihm angestrebte Umstrukturierung der Verwaltung, und ob es juristisch möglich ist, diesbezüglich externe Gutachter einzuschalten. Aber wie sich herausstellt, sind wir nicht der erste Kreis, der an dieser Stelle auf eine unklare Rechtslage stößt. Es bleibt also spannend. 

Piratensachen

Aufgrund meiner nicht vorhandenen Erfahrung war es mir von Anfang wichtig, mir nicht zu viel vorzunehmen. Als Teil der grünen Fraktion, und damit der Jamaika-Kooperation konnte ich in dem entsprechenden Kooperations-Papier mein Anliegen „Liquid NF“, nach Vorbild von Liquid Friesland, recht prominent platzieren. Auch Landrat Harrsen steht (trotz Groll über meine Zustimmung für die Konkurrenz bei seiner Wahl) zu seinem Wort, sich für das neue Konzept einzusetzen. Allgemein, und im Kontext der oben genannten Themen, sehe ich es auch als meine „piratische Pflicht“ an, mich für einen überparteilichen Dialog einzusetzen. Dies bedingt allerdings, erstmal selbst zu verstehen, wie die konventionellen Muster hier laufen. Soweit mein Selbstverständnis.

Aktuell diskutiere ich mit Kreistagskolleg_innen eine Idee unseres monatlichen Piratentreffens in Husum. Sie besteht in der Bitte, Kreistagssitzungen um eine zweite Bürgerfragestunde (am Ende der Sitzung)  zu ergänzen. Den entsprechenden Antrag habe ich zum nächsten Kreistag am 14.02. eingebracht. 

Vorerst noch mal vielen Dank an alle Piraten die bislang geduldig auf erste Nachrichten von mir gewartet haben. Diesbezüglich besondere Grüße an unsere zwei eifrigen Sylter als auch an alle Mitglieder des SH-Vorstands, die es mit Unterstützung von tollen Leuten wie Michael geschafft haben, dass unsere Kommunikationswege auch für Slowpeilomaten wie mich immer begehbarer werden.

Es ist eines meiner Ziele, mich nunmehr regelmäßiger an dieser Stelle zu Wort zu melden. Und ich habe Grund zur Hoffnung, dass sich mein politisches Engagement, mein Beruf und mein Privatleben langsam auf einander eintakten. Politik macht Spaß. Macht mit! Bei uns, oder in anderen Parteien… . 


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