Platz da! Offene Jugendarbeit im Kreis

image Am 8.11. lud der Arbeitskreis der örtlichen Jugendpfleger zusammen mit aktiven Jugendlichen aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg in das Jugendzentrum(JUZ) in Schwarzenbek zu einer Veranstaltung ein, in der die Jugendlichen an Hand von 7 Themenfeldern die offene Kinder- und Jugendarbeit(OKJA) im Kreis vorstellen wollten. Eingeladen waren interessierte Bürger und Bürgerinnen sowie Verantwortliche aus Politik und Verwaltung.

Mit 140 Gästen war die Veranstaltung ein toller Erfolg für die offene Kinder- und Jugendarbeit im Kreis Herzogtum Lauenburg und machte allen Interessierten noch einmal anschaulich deutlich, dass Investitionen in diesem Bereich lohnend sind und in keinem Fall gekürzt werden dürfen.

 

Die Veranstaltung sollte um 15:30Uhr beginnen, aber da ich den neuen Standort des Jugendzentrums nur ungefähr wusste benötigte ich etwas Zeit. Aber ich war nicht der Einzige. Unterwegs traf ich dann “ Bettina Schneider“ von der Ortsgruppe der Grünen.

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Gleich am Eingang konnte ich den Stadtjugendpfleger und Leiter des JUZ Schwarzenbek –  Norbert Lütjens – fragen, warum der Umzug des JUZ 250.00€ gekostet hat, worauf er mir detailliert antwortete.

Nach dem ich mich in die Anwesenheitsliste eingetragen und einen kalten Kaffee besorgt hatte, nahm ich in der 2. Reihe Platz.

Nun folgten ca. 20min Selbstlob in der unter anderem Jens Peter Jensen, Vorsitzender des Landesjugendhilfe-ausschusses, unterstrich, dass die offene Jugendarbeit nicht durch offene Ganztagsangebote an Schulen oder Schulsozialarbeit ersetzt werden kann.

Aber dann. Was ist offene Kinder- und Jugendarbeit? Kann man die bezahlten Jugendarbeiter nicht gleich für die angesagten offenen Ganztagsschule verpflichten? Was leistet die OKJA? Was bringt es den Jugendlichen?

 

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Dr.Prof. Sturzenhecker vergleicht in seinem Vortrag die OKJA mit einem Esel, auf dem alles abgeladen wird bis er überlastet ist. Anschaulich wird dargelegt, wie wichtig OKJA ist. Sie ermöglicht den Kindern und Jugendlichen selbstbestimmt und engagiert an der Gestaltung ihres eigenen Lebens teilzuhaben und orientiert an eigenen Interessen neue Erfahrungen zu sammeln und zu lernen. Spannend fand ich, dass nicht die Methoden der Schule, du musst jetzt lesen lernen fruchtet, sondern die Jugendlichen müssen es von sich aus wollen, um zu verinnerlichen. „Moderation statt Dozieren“ war auch das Thema in unserer Firma. „Sicher gibt es in einer sich verändernden Schullandschaft Berührungspunkte zwischen Schule und offener Jugendarbeit. Freiwillige Teilnahme, Mitbestimmung, Mitverantwortung und Interessenorientierung sind im Jugendhilfegesetz verpflichtend festgeschrieben und können in der Schule oder im offenen Ganztagsbereich nicht geboten werden“,  stellte Sturzenhecker in seinem Vortrag heraus.

 

Nach dem Vortrag konnten die Gäste sich in kleinere Gruppen auf die Themeninseln aufteilen.

Gute Vorbereitung des Arbeitskreises der Jugendpfleger und der Jugendlichen zu dieser Veranstaltung zeigte sich an „jeder Ecke“. So hatten die Jugendliche passend Shirts an, überall im Gebäude waren Wegweiser, um die Räume mit den Themeninseln zu finden. Aber wenn die “ Hausherren“ mitbekamen, dass einer ihrer Gäste hilflos, suchend aussah, sprangen sie gleich helfend zur Seite.

Ich entschied mich als erstes für „Partizipation“.

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Die Jugendlichen berichteten, wie sie ihre Vorstellungen umsetzen können, wie sie aktiv an der Lokalpolitik mitgestalten können und wie sie sich dem Thema genähert haben. In Schwarzenbek werden die Interessen der Jugendlichen durch den Kinder und Jugend Beirat (www.skjb.de) vertreten. In Planspielen wurde so zum Beispiel die Stadtverordnetenversammlung nach gespielt und erreicht, dass am Schwarzenbeker Gymnasium ein Busunterstand gebaut wird.

 

Danach habe ich mich für die Insel „finanzieller Bedarf“ entschieden. Was kostet was? Wenn der Staat Geld ausgibt, wem nützt es? Welche Angebote werden den Jugendlichen unterbreitet? Wie kommen die Zustande?

Einige Antworten auf diese Fragen haben die Jugendlichen anschaulich dargestellt, in dem die Kosten der Jugendarbeit wurden mit Hilfe von Geldsäcken – gefüllt mit echten Geldscheinen, leider auf Millimetergröße geschreddert – in die Waagschale geworfen und mit anderen Kostenfaktoren verglichen.

In der Diskussionsrunde wurde dargelegt, Jugendarbeit kostet Geld. Aber die Jugendlichen nehmen die Angebote gern entgegen. In erster Linie wollen sich die Jugendlichen treffen. Aber auch „Kurse“ werden nachgefragt. Mitunter werden die gleichen Kurse in der Ganztagsschule angeboten, von den Jugendlichen aber nicht so angenommen, weil die Schule ab der 6. Klasse eher negativ besetzt ist.

Es war ein interessanter Abend, gut besucht und gut Vorbereitet. Ich danke allen, zum Gelingen des Abends beigetragen haben.


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