Tierschutz

8.1 Einsatz / Einführung eines Tierschutzbeauftragten

Wir fordern die Benennung eines Tierschutzbeauftragten für Schleswig-Holstein.

8.2 Programm zur Beendigung des Katzenelends fortsetzen

Wir wollen, dass das von uns initiierte Programm zur Beendigung des Katzenelends fortgesetzt wird.

8.3 Keine Tötung von Eintagsküken

Das Vergasen und Schreddern von männlichen Eintagsküken aus wirtschaftlichen Gründen lehnen wir
ab.

8.4 Der Wolf ist in Schleswig-Holstein willkommen

Wir begrüßen die Rückkehr des Wolfes nach Schleswig-Holstein. Der Wolf trägt maßgeblich zur
Artenvielfalt bei. Indem er zugewanderte Arten wie Waschbär und Marderhund zurückdrängt, schützt
er Vögel, Kleinsäuger sowie Reptilien und Amphibien. Ebenso sorgt er dafür, dass das Schalenwild
seinen Standort häufiger wechselt, wodurch die Vegetation besser und vielfältiger gedeihen kann. Wir
setzen uns daher dafür ein, dass der strenge Schutzstatus des Wolfes in Schleswig-Holstein
langfristig aufrechterhalten bleibt.
Mit einer erwartbaren Zunahme der Wölfe ist auch damit zu rechnen, dass immer mal wieder Weideoder
Haustiere von einem Wolf gerissen werden. Da der Wolf dabei nur seinem natürlichen Instinkt
folgt, setzen wir auf Aufklärung und Entschädigung statt Verfolgung. Geschädigten Tierhaltern
müssen nachweislich vom Wolf getötete Tiere von der Gesellschaft ersetzt werden. Viehalter sind
aufgefordert, ihre Herden durch sichere Zäune oder Schutztiere wie Esel, Alpakas oder
Herdenschutzhunde vor dem Wolf zu schützen. Hundehalter müssen ihre Hunde bei
Waldspaziergängen an der Leine führen.
Das Bewusstsein für eine Natur, in der auch große Beutegreifer leben, muss allgemein geschärft
werden. Bei der Aufklärung setzen wir auf die verstärkte Zusammenarbeit zwischen
Wolfsbeauftragten, Tierhaltern, Jägern, Naturschützern und Biologen. Um einer Gewöhnung des
Wolfes an den Menschen entgegenzuwirken und dem Vordringen des Wolfes in Siedlungsgebiete
vorzubeugen, setzen wir auf das gezielte Vergrämen. Entsprechende Maßnahmen sind gemeinsam
von den Fachleuten zu entwickeln und koordiniert durchzuführen.

8.5 Verbot von Tieren in Zirkussen und fahrenden Betrieben

Wir fordern ein Haltungsverbot von Wildtieren in Zirkusbetrieben. Eine artgerechte Tierhaltung ist in
Zirkussen nicht möglich. Die besonders großen Ansprüche an Haltung, Pflege, Ernährung, Betreuung
und Sachkunde der Halter können in reisenden Unternehmen nicht erfüllt werden. Zudem werden hier
Tiere zum Amüsement des Menschen aus ihrer natürlichen Umwelt gerissen und gefangen gehalten.
Daher fordern wir ein Haltungsverbot von Wildtieren in Zirkusbetrieben.
Indem wir ein Verbot der Wildtierhaltung in Zirkusbetrieben unterstützen, würdigen wir auch den
Beschluss des Bundesrates vom 18.03.2016, dessen Ziel darin besteht, das Halten von Tieren
bestimmter wild lebender Arten in Zirkusbetrieben zu verbieten.
Wir wollen den Tierschutz nicht nur im Grundgesetz stehen haben, sondern ihn auch in der Praxis
umsetzen. Neben dem Verbot von Wildtieren in Zirkussen wollen wir Positivlisten für jene
domestizierten Tierarten, die noch in Zirkusbetrieben gehalten werden dürfen, einführen. Unser Ziel ist
der Zirkus ohne Tiere.
Solange noch Tiere in Zirkussen und fahrenden Betrieben gehalten werden dürfen, ist Transparenz
insbesondere für fahrende Betriebe unerlässlich. Nur so sind strenge Vorgaben und Kontrollen durch
die zuständigen Instanzen möglich, um die artgerechte Tierhaltung zu gewährleisten. Zirkussen, die
diese Anforderungen nicht einhalten wollen oder können, muss der Verzicht auf die Tiere auferlegt
werden können. Hierzu fordern wir die regelmäßige Überprüfung der Wirksamkeit des Zirkusregisters.

8.6 Tierschutz in der Schule

Wir begrüßen eine schulische Ausbildung, welche die Schüler befähigt, Mitverantwortung für die
Erhaltung und den Schutz einer natürlichen Umwelt zu übernehmen. Ein zentraler Bestandteil dieser
Verantwortung ist hierbei der Tierschutz, der deshalb für uns besonders förderungsbedürftig ist.

8.7 Tierversuche weitestmöglich vermeiden

Tierversuche sollen für pharmazeutische Stofftests und andere Experimente nicht mehr verpflichtend
sein. Insbesondere, wenn tierversuchsfreie alternative Verfahren vorhanden sind, sollten
ausschließlich diese angewandt werden. Um einen Rückgang von Tierversuchen zugunsten von
Forschung an alternativen Methoden zu bewirken, gilt es die Fördermittel für Tierversuche auf
tierversuchsfreie Forschungsmethoden zu verlagern. Gibt es wissenschaftlich erprobte
Alternativmethoden für bestimmte Testverfahren, dürfen dafür keine Tierversuche eingesetzt werden.