Hindenburgufer: Piratenpartei will Straße umwidmen

Aus den Kieler Nachrichten vom 30.04.2013:

Manche Lösungen sind so einfach, dass man sich nur darüber wundern kann, warum nicht schon vorher einer drauf gekommen ist. Bestes Beispiel ist der jüngste Vorstoß der Kieler Piraten, die das Hickhack ums Hindenburgufer beenden wollen. Sie fordern in ihrem jüngsten Programm-Update, die Straße umzubenennen – und zwar in Hindenburgufer.

Das ist kein Witz. Die Piraten nehmen es schon ernst, dass es viele Kieler als „untragbar“ empfinden, einen „Wegbereiter der Nationalsozialisten“ zu ehren. Genau deshalb empfehlen die Freibeuter, das Hindenburgufer einfach nicht mehr nach Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg (1847- 1934) zu benennen, sondern nach dem Mathematiker Carl Friedrich Hindenburg (1741-1808). Prima Idee. Auf diese Weise hätte jeder, was er will. Die Stadt müsste nicht einmal neue Straßenschilder anschaffen. Und der Professor aus Leipzig, der unter anderem eine Doktorarbeit über Wasserpumpen verfasste, hätte die Ehre sicher verdient.

Nun könnte man ein- wenden, dass sich die Kieler auf diese Weise um eine echte Entscheidung herumschummeln würden, weil jeder den Namen anders interpretieren könnte? Aber wir wollen nicht kleinlich sein. Wer sich zwischen Paul und Carl Friedrich nicht entscheiden kann, greift eben hilfsweise auf einen Ortsteil der Stadt Templin in Brandenburg zurück. Die Hindenburger in der Uckermark würden sich freuen, denkt sich

Kielius

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