Piraten unterstützen Arbeitsgruppe Bahn

AG Bahn, von links: Berg, Schlüter, Blasberg, Hansen, Goronczy, Thieme, Rohleder

Wie bereits mehrfach berichtet, unterstützt die Piratenpartei in Glückstadt die Bemühungen der überparteilichen Arbeitsgruppe Bahn, die sich für eine bessere Bahnanbindung der Stadt Glückstadt seit nunmehr fast drei Jahren einsetzt. Wir veröffentlichen daher hier die nachfolgende Pressemitteilung der AG Bahn.

Pressemitteilung der Glückstädter Arbeitsgruppe Bahn, vertreten durch Gerhard Blasberg(Bürgermeister), Lutz Thieme(Fahrgastverband PRO BAHN), Heiko Schlüter(Pendlersprecher), Hartmut Sierck(SPD), Krafft-Erik Rohleder(CDU), Christine Berg(Bündnis 90 / Die Grünen), Stefan Goronczy(FDP) und Dr. Siegfried Hansen(Piraten)

Arbeitsgruppe Bahn ruft zu Unterschriften auf

Die Glückstädter Arbeitsgruppe Bahn unterstützt die Landesregierung in ihren Bemühungen, mehr Regionalisierungsmittel aus Berlin für den öffentlichen Schienenpersonennahverkehr zu erhalten. Daher starten wir folgenden Aufruf an alle Bürgerinnen und Bürger, die sich für eine optimale Bahnanbindung Glückstadts einsetzen: „Kommen Sie zwischen dem 28. und 30. April jeweils zwischen 14.00 Uhr und 20.00 Uhr an den Glückstädter Bahnhof und unterstützen Sie diese Unterschriftenaktion, welche wir in Zusammenarbeit mit dem Fahrgastverband PRO BAHN durchführen. Wir helfen so, mehr finanzielle Mittel für die Schiene zu generieren. Im zweiten Schritt werden wir bei Verkehrsminister Meyer genau darauf achten, dass diese Mittel dann auch zielgerichtet für unsere Stadt eingesetzt werden, um mehr Züge in Glückstadt halten zu lassen.“

Dieses ist auch zwingend nötig. Denn auch vier Monate nach Inkrafttreten des neuen Fahrplans auf der Strecke Westerland – Hamburg und die Übernahme der Regionalbahnlinie Itzehoe/Wrist – Hamburg Altona/Hamburg Hauptbahnhof durch die nordbahn reißen die Probleme für die Glückstädter Bahnkunden nicht ab. Nach wie vor sind die Züge partiell überfüllt, fahren teils sehr verspätet oder fallen sogar ganz aus. Hinzu kommen bis auf wenige Ausnahmen in den Morgen- und Abendstunden die nicht mehr vorhandenen Halte der Nord-Ostsee-Bahn(NOB) im Bahnhof Glückstadt.

Dazu die Arbeitsgruppe Bahn: „Wir hatten wirklich darauf gehofft, dass es sich bei den Problemen der nordbahn um Kinderkrankheiten handelt und dass der Betrieb – sind erstmal alle Zuggarnituren geliefert – sich normalisiert. Heute müssen wir mit Bedauern feststellen, dass dieses nach wie vor nicht der Fall ist. Im Gegenteil, die Glückstädter Bahnkunden werden auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Da mutet es schon ein wenig seltsam an, wenn der Betreiber via PressemitteilungPressemitteilung Nordbahn – die nordbahn-Geschäftsführung wechselt – verkündet, man sei „weitgehend im Routinebetrieb angekommen“. Dieses ist mitnichten der Fall. Wir fordern den neuen Geschäftsführer Andreas Ortz auf, nicht die Augen vor den offensichtlich vorhandenen Problemen zu verschließen und endlich dafür Sorge zu tragen, dass der Zugverkehr auf der Strecke Itzehoe – Hamburg so wie versprochen reibungslos von statten geht. Ebenfalls angesprochen fühlen darf sich die NAH.SH(Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein GmbH) mit ihrem Geschäftsführer Bernhard Wewers als der von der Landesregierung eingesetzte Dienstleister zur Überprüfung der Leistungserbringung im Schienenpersonennahverkehr. Meine Herren in Kiel, „Augen zu und durch“ ist zu wenig. Wir Glückstädter erwarten ein professionelles Qualitätsmanagement. Sollte sich herausstellen, dass es an Zuggarnituren und/oder qualifiziertem Personal bei der nordbahn fehlt, so gilt es, diese Mängel zeitnah abzustellen.

Ebenfalls warten wir immer noch seitens NAH.SH auf die zugesagte Beantwortung unserer zehn gemachten Vorschläge für weitere Zughalte in Glückstadt. Welche sind technisch zu realisieren, welche zusätzlichen Kosten würden für das Land entstehen? Wir gehen nicht davon aus, dass die NAH.SH in Kiel ihre Aufgabe in Glückstadt „vergessen“ hat, sondern ihr wie versprochen gerecht wird.“

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit der AG Bahn lag in den letzten Wochen in der Durchführung von eigenen ganztägigen Fahrgastzählungen am Bahnhof Glückstadt – sowohl in Fahrtrichtung Hamburg als auch in Fahrtrichtung Itzehoe. Diese Daten sollen die von der NAH.SH per Zählungen in den Zügen beziehungsweise per Telefonumfrage in Glückstadt ermittelten Werte sinnvoll ergänzen und verifizieren. Nach ersten Auswertungen der einzelnen Zählungen können wir bereits folgendes mitteilen: „Sowohl Richtung Hamburg als auch Richtung Itzehoe ist nicht nur die Einsteigerquote immer noch überraschend hoch, auch die Aussteigerquote hat uns in dieser Größe überrascht. Weiteren Bedarf scheint es in Richtung Itzehoe – jetzt nur noch ein Zug pro Stunde bei ungünstigen Ankunftszeiten in Itzehoe für Berufstätige und Schüler – und in Richtung von und nach Hamburg-Altona zu geben. Wir haben dort der NAH.SH einen zielführenden Vorschlag zu machen:

Der ständige Halt der Nord-Ostsee-Bahn in Glückstadt würde alle Probleme und Sorgen der Glückstädter Bahnkunden auf einen Schlag lösen!

Hier gilt es gegenüber den Verantwortlichen der NOB übrigens noch einmal Danke zu sagen. Bei den diversen Zugausfällen der nordbahn in der jüngeren Vergangenheit hat die NOB ein ums andere Mal in Glückstadt gehalten, um die wartenden Bahnkunden sicher nach Hause zu bringen. Man sieht: Es geht doch! Es wäre gut, wenn diese Flexibilität zugunsten der Fahrgäste auch in Zukunft möglich bliebe und dazu bei Auftreten von Zugausfällen der nordbahn verlässlich informiert würde.

Es bleibt dabei: Das Ziel für Glückstadt ist und bleibt die ganztägige halbstündige Bahnanbindung nach Hamburg respektive Itzehoe. Die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt können sich darauf verlassen, dass die Arbeitsgruppe Bahn unabhängig und überparteilich auch in Zukunft tatkräftig für eine Verbesserung des Angebots streiten wird.“

Veröffentlicht wurde diese Pressemitteilung auch in der Glückstädter Fortuna vom 18.05.2015 unter den Titeln Nahverkehr: Immer Ärger mit der Nordbahn und „Mehr Geld: Arbeitsgruppe Bahn ruft zu Unterschriften auf“ sowie in der Norddeutschen Rundschau vom selben Datum mit dem Titel „Arbeitsgruppe Bahn übt scharfe Kritik an Nordbahn und NAH.SH“. Ein weiterer Artikel erschien in der Glückstädter Fortuna am 02.05.2015 unter dem Titel „Überrascht über hohe Fahrgastzahlen“.