Petition zum Halt der Marschbahn

NOB Glückstadt

Der Protest aller Glückstädter Bürgerinnen und Bürger in Richtung Kiel zum geplanten Aus des Halts der Marschbahn in Glückstadt ab Dezember 2015 geht weiter. Jetzt hat der Glückstädter Pendler Heiko Schlüter eine Petition in Kiel eingereicht, die wir Glückstädter PIRATEN mit allem Nachdruck unterstützen. Hier gibt es den Vordruck für die Unterschriftenliste zum Download. Bitte alle mitmachen!

Die eigentliche Petition im Wortlaut:

Verbindlicher Halt der Marschbahn in Glückstadt

Text der öffentlichen Petition

Ich fordere den Schleswig-Holsteinischen Landtag auf, Folgendes zu beschließen: In der Ausschreibung des Netzes West für die Jahre 2015-2035 wird für beide Richtungen der verbindliche stündliche Halt der Marschbahn in Glückstadt festgeschrieben. 

Begründung

Die Landesregierung plant, die Marschbahn ab Dezember 2015 nicht mehr in Glückstadt halten zu lassen. Damit legt die Landesregierung die Axt an eine der wichtigsten Lebensadern der Stadt Glückstadt.

Nach den aktuellen Plänen der Landesregierung müssten unzählige Pendler nach Hamburg und Umgebung sowie in die Gegenrichtung nach Itzehoe deutlich längere Anfahrtszeiten zur Arbeit in Kauf nehmen, der direkte Rückweg wird ihnen teilweise für Stunden ganz verwehrt. Stark negativ betroffen wären ebenfalls der Schülerverkehr nach Itzehoe und Elmshorn sowie der Weg zur Arbeit von Pendlern nach Glückstadt (z.B. Firma Steinbeis, Krankenheim, Farbenfabrik Wilckens und Glückstädter Werkstätten). Gleichzeitig gibt es für Teilzeitbeschäftigte bis 14.55 Uhr keine direkte Rückfahrtmöglichkeit von Altona nach Glückstadt und auch zwischen 17:55 Uhr und 20.33 Uhr verkehren ab Altona keine direkten Züge.

Glückstadt ist mit über 18% Pendleranteil der drittgrößte Zustiegsbahnhof an der Westküste und muss deshalb auch ein Marschbahnhalt bleiben.

Ein gravierender Einschnitt für die Stadt Glückstadt ist der Nichthalt der Marschbahn in Bezug auf den Tourismus, insbesondere für den Tagestourismus.

Von heute 95 Halten (48 in Richtung Itzehoe und 47 in Richtung Elmshorn/Pinneberg/Hamburg, Betreiber NOB und Regionalbahn) aller Züge in Glückstadt gäbe es bei Realisierung der Pläne der Landesregierung ab Dezember 2014 dann noch lediglich 55 (28 in Richtung Itzehoe und 27 in Richtung Elmshorn/Pinneberg/Hamburg, Betreiber Nordbahn und NOB). Das entspricht einer Reduzierung der Zughalte von 42 Prozent. Ab Dezember 2015 soll dann nochmals reduziert werden auf dann noch lediglich 49 (25 in Richtung Itzehoe und 24 in Richtung Elmshorn/Pinneberg/Hamburg, Betreiber  Nordbahn). Das entspricht dann sogar einer Reduzierung der Zughalte von 48 Prozent gegenüber dem jetzigen Stand.

Weitere negative Folgen für die Stadtentwicklung sind zu befürchten. Im letzten Jahrzehnt wurde die Stadt Glückstadt für viele in Hamburg Beschäftigte – insbesondere für Familien mit kleinen Kindern – aufgrund der guten Bahnanbindung sowie akzeptabler Mieten und Grundstückspreise als permanenter Wohnort interessant. Diese Entwicklung hält bisher an, würde aber bei einem Nichthalt der Marschbahn ab Dezember 2015 abrupt ein Ende haben und wäre im Zuge des demografischen Wandels für die Stadt Glückstadt verheerend.

Zusätzlich sei erwähnt, dass bei Realisierung der Pläne der Landesregierung die Kapazitäten der heute schon häufig überfüllten Züge deutlich reduziert würden, obwohl zukünftige Baumaßnahmen auf der A7 eine weitere Verkehrsverlagerung erwarten lassen.

Viele Pendler verzichten aus ökologischen Gründen bewusst auf die Nutzung des Kraftfahrzeugs. Für sie ist nicht nachvollziehbar, dass unter einer Landesregierung, die erklärtermaßen Umweltschutzfragen höchste Priorität einräumt, der Öffentliche Personennahverkehr derart geschwächt wird.

„Mobilität nachhaltig denken“, das Motto des Nachhaltigkeitspreises 2013 des Landes Schleswig-Holstein, muss auch für Glückstadt gelten.