Scheinheilig!

Bild: CC-BY Tobias M. Eckrich

Die Ausführungen des verkehrspolitischen Sprechers der Landtagsfraktion der Partei Bündnis90/Die Grünen in den Artikeln der Norddeutschen Rundschau vom 18.12.2012 „Grüne: Keine Perspektive für Tunnel“ und vom 2.01.2013 „Bahnpläne: Grüne holen Hilfe aus Kiel“ können nicht unwidersprochen hingenommen werden. Wir haben unsere Meinung in Form eines Leserbriefes an die Norddeutsche Rundschau übermittelt:

Dr. Andreas Tietze von Bündnis90/Die Grünen verlangt Planungssicherheit und sprach in Bezug auf den Bau der A20 und dem Elbtunnel von der „großen Lebenslüge“. Er sei skeptisch, ob die A20 im Jahr 2017 überhaupt weitergebaut werde.

Meine lieben grünen Freunde, warum entsteht denn dieser Eindruck? Wer trägt denn die Hauptverantwortung dafür, dass der bereits genehmigte Abschnitt 7 der A 20 zwischen der A 23 (Hohenfelde) und der B 431 (Glückstadt) nicht wie geplant bereits im Jahr 2014 gebaut wird? Wer hat es verhindert? Bündnis90/Die Grünen! Wer spricht sich in der jetzigen Landesregierung unverhohlen für den Stopp des Weiterbaus der A20 über die A7 hinaus aus? Bündnis90/Die Grünen! Wer ist also im eigentlichen Sinne hauptverantwortlich für die derzeitige Planungsunsicherheit in Schleswig-Holstein? Bündnis90/Die Grünen! Wer verschaukelt hier eigentlich wen? Planungssicherheit in der Öffentlichkeit verlangen und gleichzeitig diese durch das eigene Handeln verhindern – scheinheiliger geht es nicht! Frei nach dem Motto: Haltet den Dieb! Er hat mein Messer im Rücken!!

Aber diese Art scheint gerade bei dem grünen Dr. Andreas Tietze Methode zu haben. Öffentlich sprechen sich Bündnis90/Die Grünen energisch für den Ausbau und die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs aus. Wenn es aber konkret um die zukünftige Bahnanbindung Glückstadts ab Dezember 2014 geht, gab es bisher seitens des verkehrspolitischen Sprechers der grünen Landtagsfraktion Dr. Andreas Tietze keinerlei Engagement in Kiel, sich für die Belange der Glückstädter Bürgerinnen und Bürger einzusetzen – ganz im Gegenteil! Einfluss als Mitglied im Beirat der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) hätte er mehr als genug gehabt. Jetzt hören wir, dass er auf Druck der grünen Basis doch endlich etwas unternehmen will – geplant sei ein “Vier-Augen-Gespräch mit der Landesverkehrsgesellschaft“. Spontan möchte man rufen: “Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube“. Im Zuge der Glaubwürdigkeit der Kieler Grünen können wir nur empfehlen, dieses Gespräch – so wie bei der Piratenpartei üblich – aufzuzeichnen und ins Internet zu stellen. Bekanntermaßen schaffen Transparenz und Öffentlichkeit Vertrauen.

Denn lediglich schön reden aber entgegengesetzt handeln – so etwas brauchen wir Glückstädter nicht!

Dr. Siegfried Hansen, Piratenpartei in Glückstadt