Lokaltermin im KKW Brunsbüttel

Besichtigung im Kernkraftwerk Brunsbüttel

Gespräche zur Problemlösung der Zwischenlagerung von Castoren und Rückbau des KKW geführt

Die Dithmarscher Listenkandidaten der Piraten hatten Verstärkung an Bord. Gemeinsam mit der politischen Geschäftsführerin Katharina Nocun und dem Fraktionsvorsitzenden der Piraten im Kieler Landtag , Patrick Breyer waren die Piraten im KKW Brunsbüttel eingeladen.

Zunächst wurden die Piraten durch die Vertreter von Vattenfall über grundlegende Vorschriften und Genehmigungsverfahren bei der Lagerung von Castoren und schwach aktiven Stoffen aufgeklärt. Auch über das Thema Rückbau des AKW wurde gesprochen. Die Dithmarscher Piraten waren überrascht wie offen von den Vertretern der Kraftwerksbetreiber Probleme angesprochen wurden, auch Diejenigen, welche auf politischer Ebene nicht angegangen werden. 

Der Mangel an spezialisierten, hoch qualifizierten Personal macht die Planung nicht einfacher. Studienplätze für dringend benötigte Spezialisten in Kernphysik wurden extrem verknappt. Was zur Folge hat, dass beim Bundesamt für Strahlenschutz gerade noch drei Personen in der Lage sind, die erforderlichen Anträge  zu bearbeiten. Wartezeiten der Kernkraftwerksbetreiber von fünf bis 20 Jahren sind keine Seltenheit, eher gängige Praxis.

Hierbei kam zur Sprache, dass der belastete Schrott und Bauschutt, der nicht dekontaminiert werden kann, im Schacht Konrad endgelagert werden muss. Die Genehmigungen werden wahrscheinlich bis 2027 erteilt. Bei einem vorzeitigen Rückbau würden die Abfälle auf dem Gelände in Brunsbüttel zwischengelagert werden müssen.

Die noch im Reaktor verbliebenen Brennstäbe, sind soweit gekühlt, da diese entnommen werden könnten. Zur Zeit gibt es allerdings keine Castoren. Die Zulassung der Castoren neuester Bauart erfolgt wahrscheinlich 2014. Ab 2015 könnten dann die Brennstäbe entnommen werden. 

Das bremst die Energiewende, die Endlagerung radioaktiver Stoffe und den Rückbau der Kernkraftwerke nicht nur, sondern verlagert das Problem nur auf folgende Generationen. Ebenso verliert man den Anschluss und Entwicklung neuer  Technologien, auf die die Betreiber dringend hoffen um in Zukunft Lösungen zu finden, auf die es heute noch keine Antwort gibt. Auch wenn wir uns das alle wünschen, einfach den Schalter am Kernkraftwerk umlegen und abschalten, das funktioniert nicht. 

Dazu Katharina Nocun: „Das kurzfristige Denken bei Vertretern der Energiewirtschaft und Politik wird zukünftige Generationen noch für lange Zeit belasten. Am Beispiel von Brunsbüttel zeigt sich, dass derzeit weder für End- noch für Zwischenlagerung oder für den Rückbau tragfähige Lösungen bestehen.“

Axel Sieck, Lothar Larsen und Frank Burkhard werden sich gemeinsam mit der Fraktion im Landtag beraten und entsprechende Beschlüsse auf dem Parteitagen  in Land und Bund einreichen.