Küsten-Koalition wird zum Totengräber für die Küste

Am Freitag stellte Frau Alheit dem Landtag ihren Bericht zur Versorgung von Schwangeren und Neugeborenen in Schleswig-Holstein vor. Während im Bundesdurchschnitt geburtshilfliche Abteilungen in 17-20 Minuten erreicht werden können, müssen Frauen auf den Inseln unter Umständen mit mehreren Stunden rechnen. Jetzt wird auch noch die Geburtsstation auf Föhr geschlossen. Und wieder wird ein Rettungskonzept nur angekündigt. Wie vor fast 2 Jahren auf Sylt. Auch dieses gibt es bis heute nicht. Da ersetzt das Großraumabteil im Zug schon mal den Rettungswagen, während die Frau in den Wehen liegt.

Gestern Sylt, heute Föhr und Morgen vielleicht Niebüll und Husum?

Geburtsstation-FöhrDazu kommen Grundschulen, die gegen den Widerstand der Gemeinden geschlossen wurden, und steigende Beiträge für die Kinderbetreuung als Folge der FAG-Reform.
Notwendige Infrastrukturmaßnahmen werden jahrzehntelang nicht umgesetzt. Der Ausbau der B5 bis an die dänische Grenze feiert unvollendet seinen 50ten Geburtstag. Die Bahnverbindung an der Westküste ist veraltet und überlastet.

Dazu Christian Thiessen, Landesvorsitzender der Piraten in Schleswig-Holstein:
„Wenn Frau Alheit am Freitag dem Landtag ihren Untätigkeitsbericht in Sachen Geburtshilfe vorstellt, wurde dieser längst von der Realität überholt. Den Bericht hatte die Ministerin bereits für die Mai-Sitzung des Landtages zugesagt.
Die Politik der Küstenkoalition spricht eine eindeutige Sprache. Die Familien stehen hier nicht mehr unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung, sie sind hier unerwünscht. Alle Bekenntnisse zur Stärkung des ländlichen Raums werden durch ihre Handlungen Lügen gestraft.
Ohne alternative Rettungskonzepte werden die Frauen „auf der Strecke“ bleiben. Frau Alheit hat auch nach 2 Jahren für Sylt nicht Wort gehalten – es gibt kein Rettungskonzept. Krankenwagen und 2 Tage Crashkurs für Rettungssanitäter ersetzen Kreissaal und Hebamme.“