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Wahlkampftour über Nordfriesische Inseln – Digital!

Wir von der Piratenpartei verstehen uns als eine Bürgerrechtspartei, als Mittler zwischen der derzeitigen Politik und der Bevölkerung. Wir weisen auf Schwächen der Gesetzgebung hin und versuchen diese zu beseitigen. Gemäß unserem Motto „Freiheit, Würde und Teilhabe“ sind wir der Meinung, daß der Staat das Größtmögliche für seine Bürger tun muß. Er sollte ihnen allerdings auch die Freiheit lassen, im angemessenen Rahmen selbst zu entscheiden, wie diese Bedingungen des täglichen Lebens zu gestalten sind. Wir haben das Experiment gewagt, eine Woche mit öffentlichen Verkehrsmittel zu norddeutschen Ferienzielen zu reisen. Im Fokus stehen dabei der Slogan, welcher unsere Wahlplakate ziert: Digital, Sozial und Nachhaltig.

Hier in der ersten Analyse wollen wir gerne von den derzeitigen Zuständen berichten, wie wir sie vorfanden.

Ein flächendeckendes Internet ist nicht vorhanden; einzig die Hotels sind Inseln der Kommunikation. Oft heißt es, es sei doch nicht schlimm, man könne ja von Zuhause auf das Internet zugreifen. Aber das ist für den digitalen Alltag und seine sinnvollen Erweiterungen oft ungenügend.

Die Landwirtschaft nutzt neben GPS auch intelligente Systeme zum Anbau, der Ernte und zur Viehwirtschaft. Eben diese Produktionsverfahren sind massiv eingeschränkt und oft kaum einsetzbar; deren Vorteile, wie Umweltschutz oder effizientes Arbeiten nicht möglich.

Eine flächendeckende Kommunikation, Informationsbeschaffung und Teilhabe ist nicht möglich. Die einfachsten, wünschenswertesten Dinge, die in jeder größeren Stadt möglich sind auf dem Land undenkbar.

Eine digitale Umkreissuche verrät mir in der Regel, welche Restaurants geöffnet sind, ihre Speisen und besondere Angebote. Sollte eine vegane Ernährung bevorzugt werden, so kann im Vorwege eine solche Möglichkeit in Erfahrung gebracht werden.

Auch für Anbieter bietet das Digitale enorme Möglichkeiten, für sich zu werben. Tagesangebote oder auch besondere Aktionen können bekannt gemacht und Umsätze erhöht werden.

Wer zu Fuß unterwegs ist, verläßt sich oft auf seinen Routenplaner im Handy. Schade nur, wenn es gar kein Netz gibt, denn dann gibt es oftmals auch keinen Streckenhinweis.

Unzureichende Messengerdienste, die beispielsweise einen Treffpunkt, eine Uhrzeit oder auch ein Verspäten anzukündigen könnten, versagen. Da bleibt oft nur ein Anruf.

Eine mobile Datingapp ist unter diesen Umständen sinnlos. Eine schnelle Information zum Busfahrplan, ein Überblick über aktuelle Nachrichten in der Welt, der kurze Blick auf das Konto, ob man sich noch etwas leisten kann, wird kaum mehr möglich. All diese lieb gewonnenen Spielarten sind ohne Internet meist nicht durchführbar.

Das sind First World Probleme höre ich jetzt sagen. Ja, das sind sie. Aber wir sind hier in der First World und ich persönlich sehe die Digitalisierung als Möglichkeit, auch Umweltschutz zu betreiben. Keine Flyer von Restaurants und Bars, keine Kontoauszüge, um den Kontostand auszudrucken, keine gedruckten Zeitungen und kein sinnloses Verfahren von fossilen Brennstoffen.

Das Wichtigste ist allerdings die Teilhabe am Leben für alle. Digital macht es möglich.

Wir Piraten fordern ein flächendeckendes mobiles Internet.