Wahlen

Vor dem Festland liegen die Inseln

Nachdem wir in Dagebüll ankamen, setzten wir uns sofort daran, mit der Bevölkerung ins Gespräch zu kommen. Wir hielten auf dem dortigen Marktplatz unsere Reden. Die wenigen Menschen, die von uns Notiz nahmen, waren durchaus begeistert, daß es noch Politiker gibt, die auch einmal zuhören und sich der Probleme der Menschen annehmen.

Dagebüll als Tor zu den Inseln, ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, der aber, wie überall an der Westküste, aus Siedlungen von Ferienwohnungen besteht. Die Einheimischen werden nur noch als Servicepersonal gebraucht und aus ihren angestammten Räumen vertrieben.

Grundstücke sind für Normalverdienende kaum mehr erschwinglich. Lediglich Investoren und Menschen mit dem nötigem Kapital sind überhaupt noch in der Lage, Wohnraum zu erschließen.

Dieser Wohnraum besteht nun aber zu 100% aus Ferienwohnungen.

Ein weiteres Problem ist das flächendeckende Fehlen vom Internet; man fühlt sich wie in einem Dritte Welt Land. Einzig die Hotels sind Inseln der modernen Kommunikation. Wir als Piraten sind technisch gut ausgestattet – mit mobilen Routern und unbegrenzten Flatrates. Aber auch das ist nur eine sehr begrenzte Möglichkeit, an der digitalen Welt teilhaben zu können.

Einzig der neue Deich lässt erkennen, was als das Hauptproblem an der Küste vorherrscht: die immerwährende Gefahr des Wassers.

Nicht nur Sturmfluten bedrohen die Küste, auch der normale Tidenhub frißt Land. Wenn man jetzt bedenkt, daß die Subventionen aus Brüssel versiegen und es ab 2023 von dort kein Geld mehr für den Küstenschutz gibt, die Gefahren durch den Klimawandel aber steigen, dann muß die Politik sofort in Aktion treten.

Man kann die Menschen verstehen, die ihr Leben, ihre Sachwerte und ihre Heimat verteidigt sehen wollen, aber außer schönen Worten in Kiel noch nichts passiert. Das gilt es zu ändern, wir werden dafür eintreten.