Piraten stellen sich neu auf

Auf ihrem Parteitag am vergangenen Wochenende haben die Schleswig-Holsteiner Piraten mit ihrer inhaltlichen und personellen Neuaufstellung begonnen. Neben einer Diskussion über eine Zukunftsagenda wurde ein neuer Vorstand gewählt. Neue Vorsitzende ist die 25-jährige Jurastudentin Friederike Mey aus Kiel. Ihr Stellvertreter ist Volker Widor, 44 Jahre alt, ebenfalls aus Kiel und selbständiger Softwareentwickler. Zur Schatzmeisterin wurde Katharina Oldenburg, 37 Jahre alt und Diplomverwaltungswirtin aus Schwedeneck, gewählt.

“Es ist uns allen bewusst, dass es nicht weitergehen kann wie bisher. Das hat nicht zuletzt auch unser schlechtes Ergebnis bei der Landtagswahl gezeigt. Aufgeben ist für uns aber keine Option, denn bis heute gibt es für uns Piraten keine andere politische Heimat. Unsere 17.000 Wähler sehen dies scheinbar auch so. Wir wollen die Piraten daher wieder aufbauen. Wir wollen, dass die Menschen mit uns Kompetenz bei Digitalisierung und Datenschutz verbinden. Wir wollen, dass sie bei uns vertrauensvolle Politiker finden, denen sie Glauben schenken. Das wird eine sehr schwierige Aufgabe, denn es ist immer leichter etwas zu beschädigen als etwas aufzubauen. Wir werden es trotzdem versuchen“, erläutert Mey die Zukunft der Piraten.

Die auf dem Parteitag diskutierte Zukunftsagenda beschreibt die wichtigsten Handlungsfelder in den Bereichen Kommunikation, Organisation und Politik. In den letzten Wochen haben Mitglieder in Arbeitsgruppen die Probleme analysiert und erste Ideen für Verbesserungen zusammengetragen. Dem neuen Vorstand soll dies als erste Handlungsanweisungen dienen, während die Gruppen weiter an konkreten Lösungen arbeiten.

Ein erstes Ziel stellt die Kommunalwahl im Mai 2018 dar. Bis dahin wollen die Piraten durch Fleiß und konstruktive Arbeit beweisen, dass sie in der Kommunalpolitik etwas bewegen können. Dann wollen sie sich i den Kommunalparlamenten in den nächsten Jahren das Vertrauen der Wähler wieder erarbeiten.

“Aktuell rechnet niemand mehr mit uns und wir haben nichts mehr zu verlieren, darin liegt unsere große Chance die wir nutzen wollen“, gibt sich Mey kämpferisch.