Verwaltungsrat und Vorstand der Sparkasse Westholstein handeln verantwortungslos

Bild: Tobias M. Eckrich

Pressemitteilung der Piratenpartei im Kreis Steinburg

Verwaltungsrat und Vorstand der Sparkasse Westholstein handeln verantwortungslos

Bereits Anfang März teilte die Sparkasse Westholstein der Öffentlichkeit mit, dass 16 Filialen und 8 Bankautomaten in den Kreisen Steinburg und Dithmarschen geschlossen werden – ein Schlag in das Gesicht des ländlichen Raumes. Zudem ist dieser Beschluss widerrechtlich erfolgt, da nur die Verbandsversammlung des Zweckverbands Westholstein am 16. Mai 2017 diesen Beschluss treffen kann. Nach Aussage des Sparkassen Verwaltungsrates sei das aber ja lediglich Formsache.

Dazu Piratensprecher Dr. Siegfried Hansen: „Was für ein seltsames Demokratieverständnis zeigt hier der Verwaltungsrat samt Vorstand. Da werden für die Menschen im Land tiefgreifende Veränderungen beschlossen und der eigentliche Eigentümer – der Zweckverband bestehend aus stattlichen 109 Städten und Gemeinden aus der Region – wird weder vorab gefragt geschweige denn informiert und soll erst im Nachhinein die Schließungen abnicken. So geht das nicht. Ich fordere alle Eigentümer auf, auf der Sitzung am 16. Mai dem Sparkassen Verwaltungsrat und Vorstand die rote Karte zu zeigen. Das Mindeste ist der Erhalt von Bankautomaten an allen betroffenen Standorten. Zudem führt die Argumentation des Sparkassen-Vorstands für die Schließung aus wirtschaftlichen und gesetzlichen Anforderungen ins Leere und verhöhnt die treuen Sparkassenkunden auf dem Lande.

Die wichtigen Kennzahlen der Sparkasse Westholstein – harte Kernkapitalquote 12.2 Prozent, Kernkapitalquote 12.4 Prozent und Gesamtkapitalquote 13.1 Prozent – liegen bei weitem über den gesetzlich geforderten Quoten von 4.5, 6.0 und 8.0 Prozent. Sprich: Finanzmittel in Millionenhöhe sind ausreichend vorhanden, sie werden anscheinend nur falsch eingesetzt.

Vielleicht sollte der Vorstand mit gutem Beispiel vorangehen und auf einen Teil seines von vielen Kunden als zu üppig empfundenen Salärs von bis zu 424.000 Euro Jahresgehalt plus Boni verzichten. Das wäre mal ein vertrauensbildendes Zeichen an die langjährige Kundschaft. Und nur mal zum Vergleich: Die jährlichen Betriebskosten einer SB-Filiale nebst Bankautomaten liegen bei maximal 10.000 Euro, um im Bankenjargon zu bleiben also „Peanuts“.

Sollten die Eigentümer auf der Sitzung der Verbandsversammlung nicht die Kraft für die notwendigen und richtigen Kurskorrekturen haben, so bleibt allen Kunden nur der kollektive Wechsel zu anderen noch bürgernahen Geldinstituten. Denn wer braucht noch eine Sparkasse, wenn diese sich in keiner Weise mehr von einer ordinären Großbank mit Fokus auf Aktienrendite statt Bürgernähe und Gemeinwohl unterscheidet? Kein Mensch!“