Fahrscheinloser ÖPNV

Kreisstammtisch in Schenefeld im Juli 2013

Auf dem Kreisstammtisch am 11.07.2013 in Schenefeld hat unser Landtagsabgeordneter Wolfgang Dudda einen spannenden informativen Vortrag über die Möglichkeiten und Chancen zur Einführung eines Fahrscheinlosen Öffentlichen Nahverkehrs gehalten. Hervorzuheben ist dort insbesondere das Beispiel der belgischen Stadt Hasselt, wo diese Form des ÖPNV seit 1995 praktiziert wird. Ein weiterer Versuch wird von der estnischen Hauptstadt Tallin unternommen, siehe Bericht aus dem Konzept „Zukunft Mobilität“. Einen vollständigen Überblick liefert die Liste der weltweit 73 Städte mit ÖPNV ohne Fahrschein.

Die Piratenpartei im Kreis Steinburg for­dert die Einführung eines Musterprojekts für den fahrscheinlosen öffentlichen Personennahverkehr, kurz ÖPNV. Fahrscheinlos heißt, dass für die Nutzung von ÖPNV keine Fahrscheine erworben werden müssen und somit jeder Mensch die Beförderungsleistungen nutzen kann. Der ÖPNV soll wie die Straßeninfrastruktur durch den Staat ohne ein direktes Entgeld zur Verfügung gestellt werden. Es ist davon auszugehen, dass durch eine solche Maßnahme viele Nutzer des motorisierten Individualverkehrs auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen würden. Der fahrscheinlose ÖPNV hätte verschiedene Vorteile:

  • Umweltschonung und bessere Lebensqualität durch geringere Schadstoffemmissionen und weniger Lärm
  • Mehr Platz für Fußgänger, Radfahrer, Parks u.a., da weniger Platz durch motorisierten Individualverkehr benötigt wird
  • Geringere verkehrsinfrastrukturbedingte Bodenversiegelung
  • Lösen von Verkehrsproblemen wie Staus
  • Durch höhere Nachfrage muss dichteres, öfter bedientes ÖPNV-Netz geschaffen werden, was die Attraktivität und Service der Beförderungsdienstleistung steigert
  • Unter anderem junge Menschen, die sich aus alters- oder Finanzgründen kein Auto leisten können, werden unterstützt
  • Durch gute Verbindungen werden ländliche Gegenden aufgewertet

Zur Finanzierung des ÖPNV gibt es verschiedene Methoden, über deren Verwendung auf lokaler Ebene (z.Bsp. Gemeinde) entschieden werden muss. Mögliche Einnahmequellen können sein:

  • Kurtaxe bzw. City-Fee
  • Steuer auf Parkplätze
  • Transportsteuer auf Arbeitgeber Brutto
  • Erhöhte Grundsteuer B(Steuer, die für Grundtücke und deren Bebauung zu zahlen ist)
  • Straßenmaut
  • Fortführung bisheriger Subventionierung

Die Piratenpartei im Kreis Steinburg wünscht sich eine ergebnisoffene vorurteilsfreie Diskussion zu diesem Thema.