Ölförderung im Stadtgebiet von Neumünster möglich!

Am Samstag den 1.11.2014 und am Sonntag den 2.11.2014 haben PIRATEN und Bürger mit einem Flugblatt die Besucher und Gäste der Stadt über die möglichen Folgen des Fracking, einer Fördermethode von Öl und Gas, im Stadtgebiet Neumünster informiert. In welchem Umfang Neumünster und das nähere Umland betroffen sein könnte, entnehmen Sie der beigefügten Karte. Unser Ziel war und ist es, die Bürger zur Beteiligung an der Bürgerinitiative ‚Frackingfreies Auenland‘ (BI) zu bewegen. Unserer Meinung nach, kann es nur in einer BI gelingen, viele Bürger überparteilich zum aktiven Handeln zu vereinen.

Bisher gab es kaum Aktivitäten, die den Bürgern von Neumünster darstellten, wie weit das Stadtgebiet in das Aufsuchungsfeld Bramstedt integriert ist. Öl oder Gasförderung im Stadtgebiet Neumünster? Das kann doch nur ein Witz sein. Nein, denn gebohrt wurde im Stadtgebiet schon früher.

Viele ältere Mitbürger erinnern sich vielleicht  auch noch an die Pumpen, die weithin sichtbar bis in die 80er Jahre im Umland von Neumünster standen. Dort wurde mit konventionellen  Methoden Erdöl gefördert, bis es aus damaliger Sicht wirtschaftlich nicht mehr ertragreich war. Diese Lagerstätten wurden bis zu ca. 40% ausgebeutet. Mehr gaben die damalige Fördermethoden nicht her.

Anhand bestimmter Bodenbeschaffenheiten, hier in Schleswig-Holstein sind das Salzablagerungen, wurden nun neue Claims abgesteckt. Zum Claim Bramstedt gehört auch die Hälfte des Stadtgebietes Neumünsters.Der Antragsteller PRD-Energy ist hier nun angetreten um  Bodenschätze, wie Erdgas oder Erdöl, zu  fördern. Die Gewinnung von Bodenschätzen unterliegt dem Bergrecht. Ein Recht aus alten Zeiten, das den kompromisslosen Zugriff auf alle Bodenschätze sicherstellen sollte, um in Krisenzeiten schnell reagieren zu können.

Das Bergrecht ist ein übergeordnetes Recht, es kennt weder Umwelt- noch Naturschutz. Eine Beteiligung der Menschen vor Ort ist in diesem Gesetz ebenso nicht vorgesehen, wie die frühzeitige Beteiligung der Selbstverwaltungen.

Betrachtet man die Firma PRD-Energy, die die Lizenz für das Gebiet Bramstedt innehat, so kann man von einer kleinen Firma sprechen. Diese Firma hat zunächst nur die Aufgabe vorhandene Erkenntnisse des Untergrundes zu prüfen und auf den heutigen Stand zu bringen. In der Phase der Sichtung, der sogenannten Aufsuchungsphase befinden wir uns zur Zeit. Das ist vorerst größtenteils Büroarbeit, wobei alte Unterlagen gesichtet und bewertet werden. Diese Auswertungen werden dann in der 2. Phase durch genauere Untersuchungen vor Ort vertieft. Diese Untersuchungen können auf verschiedene Arten erfolgen. Zum einen durch seismische Bodenuntersuchungen, wobei spezielle schwere Fahrzeuge Erschütterungen hervorrufen um den Untergrund zu „scannen“. Des Weiteren durch Bohrungen und eventuell auch durch Sprengungen im Untergrund.

Bereits hierbei kann es zu Schäden kommen. Durch die Erschütterungen können Wasseradern zusammenfallen und auf Dauer unbenutzbar werden, die vorhandene Infrastruktur wie Straßen, Versorgungsleitungen und Häuser könnten beschädigt werden. Nach heute geltendem Recht müssen die Geschädigten selber nachweisen, dass die Untersuchungen die Schäden verursacht haben. Das Gleiche gilt, wenn zu einem späteren Zeitpunkt Erdbeben auftreten sollten. Führen diese dann zu Folgeschäden, so ist der Haftungsanspruch ungewiss, da den Bewies der Geschädigte führen muss, so das Bergrecht.
Das ist ein Grund, warum sich die  Piratenpartei auch für für eine Beweislastumkehr im Schadenfall einsetzt.

Mit modernen Fördermethoden können nach bisherigen Schätzungen ca. 10% der bereits geförderten Menge zusätzlich erschlossen werden. Wir erinnern uns: es verbleiben dann immer noch ca. 50% der  Ursprungsmenge im Boden. Dieser Rest ist vielerorts in sogenanntem Posidonienschiefer gebunden. Diese Schieferart  kann nur durch Aufsprengung des Untergrundes, also mittels Fracking, erschlossen werden. Beim Fracking wird sauberes Trinkwasser mit dem Frackingzusätzen vermischt und mit ca. 1500 Bar in den Boden gepresst, teilweise sind vorbereitende Sprengungen in den Bohrkanälen notwendig.

Selbst wenn die Förderunternehmen ungiftige Frackingzusätze einsetzen, werden beim Fracking im Boden bisher eingeschlossene Gifte aktiviert. Das mitgeförderte Lagerstättenwasser enthält so Benzol, Toluol, Schwermetalle wie Arsen, Blei, Quecksilber und radioaktive Substanzen. Über die abschließende Entsorgung der riesigen Mengen hochgiftigen Lagerstättenwassers existieren keine umweltgerechten Alternativen. Bisher wird dieser Sondermüll oftmals in Altbohrungen verklappt. Hier steht die Forderung nach einer sicheren und umweltschonenden Entsorgung noch unbeantwortet im Raum.

Ein weiteres Problem stellt die notwendige Bohrung dar. Hierbei wird oft eine grundwasserführende  Schicht durchstoßen. Die Bohrlöcher werden mit Beton ausgekleidet.  Beton unterliegt einem natürlichen Alterungsprozeß. Untersuchungen zeigen, dass nach 50-60 Jahren 50% der Altbohrungen Undichtigkeiten aufweisen. Eine Sanierung wird jetzt auf Kosten der Allgemeinheit stattfinden müssen, die Verursacher haften nicht mehr.

Kommen wir nun zu der Qualität des geförderten Erdöls und Erdgases. Das hier geförderte Öl ist Leichtöl, ein Öl minderer Qualität. Beim Gas handelt es sich um sogenanntes LowLevel Gas mit einem Brennwert von 9-10, mache Quellen sprechen sogar von 8-10. Das russische Gas ist HighLevel Gas mit einem Brennwert von 11-12. Der Brennwert gibt an, wie viel Heizleistung das Gas hat. Damit wird von dem hier geförderten Gas um bis zu 25% mehr benötigt, um die gleiche Heizleitung von HighLevel Gas zu erreichen. Reichen wird das Gas nicht lange. Frackingbefürworter sprechen von 15 Jahren, pessimistische neutrale Quellen aber von nur von 1,5 Jahren. Dabei spielte bisher der Brennwert in offiziellen Verlautbarungen keine Rolle.

Alle Argumente der Frackingbefürworter haben nur ein Ziel, den Bürger von der Alternativlosigkeit der Fördermethode zu überzeugen, ohne jedoch die Gefahren für die Zukunft aufzuzeigen oder erkannte Gefahren sogar herunterzuspielen. Die ständige Ignoranz der belegbaren Fakten gegen Fracking hat inzwischen eine geradezu lächerliche Form angenommen. So werden Frackingflüssigkeit trinkende Experten in TV-Sendungen gezeigt und kostspielige PR-Kampagnen der Fa. Exxon kommen kostenfrei mit der Tagespresse in jeden Haushalt. Interessant ist aber unter diesem Aspekt, dass sich Führungskräfte der Erdölkonzerne gegen Fracking in der Nähe ihrer Wohnhäuser wehren, wo es doch so harmlos sein soll.

In Schleswig-Holstein ruft der für die Genehmigungen zuständige Umweltminister nach Unterstützung durch die Bevölkerung. Er selbst aber sieht sich nicht im Stande, alle ihm und dem Land zur Verfügung stehenden rechtlichen Wege auszuschöpfen, um Fracking in Schleswig-Holstein gar nicht erst zu ermöglichen. So hätte die Möglichkeit bestanden die Aufsuchungserlaubnisse zu versagen, solange das beantragende Unternehmen nicht schriftlich auf Fracking verzichtet.

Betrachtet man den heutigen Stand der Technik, so werden längst nicht alle Möglichkeiten ausgeschöpft um eine Energiewende herbeizuführen. Man setzt auf Braunkohle und Erdgas als Grundversorgung, ergänzt durch Photovoltaik und Windkraft. Die Lobbyarbeit der Konzerne verhindert hier den möglichen Fortschritt, mit dem Ziel selbst Profite zu erwirtschaften.

Betreiben Sie, als betroffener Bürger, selbst aktiv Lobbyarbeit als größte Macht in diesem Staat. Werden Sie aktiv.

Wir bitten Sie, sich an der  Bürgerinitiative „Frackingfreies Auenland“(BI) zu beteiligen und diese personell als auch finanziell zu unterstützen. Nur in einer Bürgerinitiative sehen wir die Chance unbeeinflusst von parteiideologischen Hürden und über Parteigrenzen hinweg, sachlich informierte Massen zu mobilisieren. Engagierte Massen sind jetzt notwendig, um politisch Verantwortlichen in Hinsicht auf möglichst alle Folgen des Frackings hin, nachhaltig zu beeinflussen.


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Okt 25 um 19:00 – 21:00
Jeden 2ten Mittwoch, haben Sie als Bürger die Möglichkeit uns PIRATEN in Neumünster auf unserem öffentlichen Treffen im Dortmunder zu besuchen. Ob sie nun Fragen haben oder einfach nur neugierig sind, Sie sind uns herzlich willkommen.
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