Weitere Fracking-Hiobs-Botschaften aus Schleswig-Holstein

Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie in Clausthal-Zellerfeld als Bergbehörde Schleswig-Holsteins prüft derzeit fünf weitere Konzessionsanträge zur Aufsuchung von Kohlenwasserstoffen. Das teilte das für die Fachaufsicht zuständige Umweltministerium heute (17. Juli 2013) in Kiel mit. Es handelt sich um vier bergrechtliche Anträge und einen bereits früher eingegangen Antrag, der vom Antragsteller verändert wurde.
http://www.schleswig-holstein.de/MELUR/DE/Service/Presse/PI/2013/0713/MELUR_130717_Konzessionen_Kohlenwasserstoffe.html

Nachdem vor geraumer Zeit das Gebiet „ Schwarzenbeker-Feld“ ausgewiesen wurde, dürfen wir uns, im „östlichen Bereich“ von Schleswig-Holstein, nun auf Zuwachs freuen!

Es sieht demnach so aus, dass zu den Gebieten, die unten auf der Karte zu finden sind, noch 5 weitere Gebiete zu erwarten sind!
http://www.schleswig-holstein.de/MELUR/DE/Startseite/Slider/DL/Erlaubnisfelder__blob=publicationFile.pdf

Wir Piraten sprechen uns eindeutig gegen Fracking aus!

Dazu gibt es umfassendere Infos hier:
http://stoppt-fracking.de/das-trinkwasser-gehoert-uns-allen/

Doch es scheint ein Kampf David gegen Goliath zu werden. Denn eine Widerspruchsmöglichkeit wird dem Bürger in der Regelung des Bundesbergbaugesetzes nicht eingeräumt.

Wir Piraten aus dem Kreis Herzogtum-Lauenburg unterstützen daher die Bürgerinitiative gegen Fracking vor Ort. Die BI Frackingfreie Zukunft hat am 21.08.2013 im Rathaus von Schwarzenbek zu einer Podiumsdiskussion geladen, zu der die Direktkandidaten aus dem Kreis eingeladen wurden.

F R A C K I N G – Warum die Wahlentscheidung wichtig sein wird!

Um Fracking nachhaltig zu verbieten, bedarf es einer Neugestaltung des Bergrechts.

Das Bergrecht ist ein Bundesrecht und dafür sind unsere Politiker in Berlin maßgeblich.

Das bisherige Bergrecht ist ein Fossil aus undemokratischen Zeiten. Es ist so konzipiert, dass in Krisenzeiten ein möglicht schneller und unbürokratischer Zugriff auf alle Bodenschätze möglich ist. Daher gibt es keinerlei Einbindung des Bürgers, auch ist die Versagensmöglichkeit durch Kommunen, Kreise oder Länder nahe Null.

Im Klartext bedeutet das:

Alles was unter 100 Metern unter unseren Füßen passiert, geht uns nichts an.

Es gibt keine Informationspflicht und keine Einspruchsmöglichkeit!

Das muss sich ändern!

*Welche Positionen unsere Parteien zum Fracking haben:*

Achtet bitte auf die Formulierungen, hier gibt es Einiges zu enttarnen!

*Fakten,* die Ihr zur Beurteilung der Aussagen wissen müsst.

Die Chemikalien, die beim Fracking eingesetzt werden sind hochgiftig und zum Teil krebserregend! Pro Frack-Durchgang werden ca. 7 Tonnen dieser Chemikalien in den Untergrund verpresst.

Viel größer ist aber die Gefahr, durch die Stoffe, die aus dem Untergrund gelöst werden, Schwermetalle und radioaktive Isotope! In vielen Mitteilungen lesen wir von einer UVP. Diese Umwelt-Verträglichkeits-Prüfung kann aber nur von Substanzen gemacht werden, die bekannt sind, also von denen, die als Fracfluid aktiv verpresst werden. Von unbekannten Substanzen, kann keine UVP durchgeführt werden!
Unter diesem Gesichtspunkt, ist die Forderung von „Fracken ohne toxische Chemikalien“ eine Irreführung!

CDU/CSU

„Im Hinblick auf eine Gewinnung von Gas durch das sogenannte Fracking ist für CDU und CSU klar: Gefahren für die Menschen und unser Trinkwasser müssen dabei ausgeschlossen werden. Die Sicherheit hat für die Union absoluten Vorrang. Eine Gasgewinnung mittels gesundheitsgefährdender Chemikalien lehnen wir ab.“

Für die CDU ist lediglich der Trinkwasserschutz wichtig. Ob Brunnen außerhalb von Wasserschutzgebieten (Landwirtschaft, Tierhaltung, Selbstversorger) mit berücksichtigt werden ist unklar. Dazu erklärend, Wassereinzugsgebiete sind nicht gleich Wasserschutzgebiete!

Das Vorerst-Moratorium der CDU in Hessen dürfte damit eindeutig als wahltaktisches Manöver entlarvt sein.

FDP

„Die Gewinnung von Schiefergas durch Fracking ist eine Chance, die zum Gelingen der Energiewende beitragen kann. Sie wird aber in einem dicht besiedelten Land wie Deutschland nur dann einsetzbar sein, wenn gesellschaftliche Akzeptanz und höchste Umweltstandards gewährleistet sind. Dafür ist ein sachgerechter und verantwortungsbewusster Rechtsrahmen nötig. Von den eingesetzten und aufbereiteten Stoffen dürfen keine toxischen Gefahren ausgehen. Insbesondere darf es keine Gefährdung des Grund- und Trinkwassers geben. Dazu sollen die Wasserbehörden ein umfassendes Vetorecht erhalten. In Wasserschutzgebieten wollen wir Fracking grundsätzlich ausschließen.“

Die FDP spielt eine Sonderrolle. Sie täuscht nicht darüber hinweg, dass sie Fracking will. Sie täuscht den Wähler allerdings durch eine nicht haltbare Begründung nach dem Warum. Der Energiewende schadet Fracking, auch der Gaspreis wird sich nicht ändern.

SPD

„Wir setzen uns für einen Verzicht des Einsatzes von Fracking ein, … bis Fracking-Methoden ohne den Einsatz giftiger Chemikalien, die zu einer schädlichen Veränderung des Grund- und Trinkwassers führen, zur Verfügung stehen.“

Klare Ansage: Ohne giftige Chemikalien will die SPD Fracking erlauben, dass es erheblich weitreichendere Gefahren gibt, wird ignoriert.

Grüne

„Die Förderung von unkonventionellem Erdgas insbesondere mittels giftiger Chemikalien („Fracking“) lehnen wir wegen der unabsehbaren Gefahren für Gesundheit und Umwelt ab.“

Dieser Satz ist etwas schwer zu verstehen. Der erste Teil des Satzes sagt aus, dass man die Förderung ablehnt und dass man es noch mehr ablehnt, wenn giftige Chemikalien verwendet werden. Ohne die Chemie lehnt man Fracking also weniger stark ab?

Schauen wir in die Koalitionsverträge von NRW und Niedersachsen. Die Grünen haben dort mit der SPD Bedingungen für Fracking vereinbart. Bei Erfüllung dieser Bedingungen, darf gefrackt werden. In Niedersachsen lassen auch die Grünen giftiges Lagerstättenwasser in alten Bohrlöchern entsorgen, auch in Wasserschutzgebieten. Einzig in Schleswig-Holstein lehnt die Koalition Fracking klar ab. Wie sich das auf die vergebenen Erlaubnisfelder auswirkt bleibt eine spannende Frage. In Baden-Württemberg steht die Regierung Fracking (Zitat) “kritisch” gegenüber und fordert ein Moratorium, bis mehr Erkenntnisse vorliegen. Auch dort liegt die Ablehnung in den giftigen Chemikalien begründet. In anderen akut von Fracking bedrohten Ländern sind die Grünen nicht an der Regierung beteiligt.

Klare Aussagen der Fracking-Gegner

Linke

„Wir setzen uns dafür ein, dass … die Erdgasförderung mittels Fracking verboten wird. Fracking bedeutet nicht nur große Gefahren für das Grundwasser, sondern auch enorme Schäden an Natur und Landschaft.“

Piraten

„Fracking zur Gewinnung von unkonventionellem Erdgas lehnen wir ab.“