Piraten zu Besuch bei Steinbeis

Steinbeis Papier GmbH

Betriebsbesichtigung bei der Glückstädter Steinbeis Papier GmbH

Am Freitag, den 01.01.2013, hatten Vertreter der Piratenpartei in Glückstadt die Gelegenheit, auf Einladung des Geschäftsführers der Papierfabrik Steinbeis Michael Söffge den Betrieb zu besichtigen. Vorab gab es eine Präsentation des Unternehmens via Vortrag und einen ca. einstündigen Gedankenaustausch.

Mit seinen 330 Mitarbeitern ist das Unternehmen, welches aus Altpapier qualitativ hochwertige Recyclingpapiere herstellt und sich mittlerweile zum europäischen Marktführer für grafische Büro- und Magazinpapiere aus 100 % Altpapier entwickelt hat, einer der wichtigsten Arbeitgeber in Glückstadt. Dazu der Sprecher der Piratenpartei in Glückstadt Dr. Siegfried Hansen: „Beeindruckt hat uns das vorgestellte Kreislaufwirtschaftskonzept, welches nachhaltig den Anspruch auf eine 100%ige Recyclingwirtschaft zu erfüllen scheint.“ Steinbeis verfügt über die modernste Altpapieraufbereitungsanlage weltweit. Dazu Michael Söffge: „Mit der konsequenten Einhaltung des Kreislaufgedankens in der Produktion von Recyclingpapier setzen wir neue technologische Maßstäbe und höchste Standards beim Klima- und Ressourcenschutz.“

Um den Standort Glückstadt – zudem sich Michael Söffge klar bekennt – auch für die Zukunft zu sichern, möchte die Firma Steinbeis auf dem Firmengelände zwischen altem und neuem Deich zwei Windkraftanlagen errichten, um eigenen Strom zu produzieren und sich unabhängiger vom stark schwankenden Strompreis zu machen. Dazu Dr. Siegfried Hansen: “1 Eurocent Strompreisschwankung bedeuten für das Unternehmen pro Jahr 2.5 Millionen € mehr Ertrag oder Verlust. Da ist es verständlich, dass das Unternehmen nach alternativen nachhaltigen Möglichkeiten sucht, um selbst Strom zu produzieren.“ Dieses Vorhaben stößt allerdings vorerst in der Glückstädter Bevölkerung auf Skepsis, viele fürchten vermehrten Lärm und Schattenwurf durch die Windkraftanlagen. Michael Söffge bekennt sich zu einer offenen transparenten Durchführung der einzelnen Planungsschritte. „Wir werden nichts ohne die vorherige Beteiligung der Glückstädter Bürgerinnen und Bürger in die Tat umsetzen. Wir halten uns an alle gültigen Vorgaben und werden die Ergebnisse aller in Auftrag gegebener Gutachten veröffentlichen.“ Die Piratenpartei in Glückstadt unterstützt diese ergebnisoffene transparente Vorgehensweise. Nur so können die „richtigen Schlüsse“ gezogen werden. Ende Februar soll es zu diesem Thema anschließend an die erste Bürgeranhörung aus dem Sommer 2012 eine weitere öffentliche Veranstaltung geben.

Einigkeit bestand in der Forderung nach zeitnahem Bau der A20 inklusive der Elbquerung bei Glückstadt zur Verbesserung der Verkehrsanbindung des Standorts Glückstadt. Auch der Halt der Marschbahn in Glückstadt über 2014 hinaus ist für den Betrieb wichtig.