Detlef Hackethal

Einzelbewerber

Wahlprüfsteine

1. Welche kulturpolitischen Präferenzen setzen Sie?

Kulturelle Vielfalt ist immer ein gutes Zeichen für eine gesunde und liebenswerte Gesellschaft. Kultur darf man nicht den Marktapologeten überlassen. Es geht hier nicht um Marktfähigkeit, sondern darum, den Menschen neue Räume zu eröffnen. Kultur ist für mich ein elementarer Bestandteil für Lebensqualität. Vorrangig sollte die Kleinkunst gefördert werden. Da mein Vater als Schriftsteller fürs Kabarett arbeitete und auch Theater gespielt hat, sind auch meine persönlichen Präferenzen bei Kabarett und Theater. Aber auch der Erhalt und die Förderung der Museen muss gewährleistet sein. Zwingend erforderlich sind auch Stadtteilbüchereien mit freiem Zugang zum Internet. Der Breitensport muss mehr gefördert werden. Man muss Katzheide ausbauen und die Lessinghalle sanieren, ein Millionengrab an der Hörn brauchen wir nicht.

2. Welche Strategien haben Sie zum Abbau von stadtteilbezogenen sozialen Problemen?

Wichtig ist hierbei die Stärkung der Ortsbeiräte, da sie die Probleme vor Ort besser einschätzen können. Schaffung von Beratungsstellen und Begegnungsstätten unter Einsatz von qualifizierten Pädagogen. Menschen mit geringen Einkommen brauchen ein Sozialticket und freien Zugang zu Vereinen und Kulturellen Veranstaltungen.

3. Wie stehen Sie zum Thema Möbel Kraft und dem anstehenden Bürgerentscheid?

Ein klares Nein zu Möbelkraft und ein klares Ja zur grünen Lunge.

Nein zur weiteren Versiegelung des Grüngürtels.

Nein zu schlechten Arbeitsplätzen!

Solche Möbel braucht kein Mensch!

Nein zur Vernichtung von Arbeitsplätzen ( Sconto in Raisdorf oder Möbel Kraft in Segeberg).  Auch in Kiel werden etliche Arbeitsplätze vernichtet wie z.B. andere Anbieter von Möbeln, Kleinartikeln oder Teile der Gastronomie. Am Ende werden mehr Arbeitsplätze vernichtet als geschaffen. Auch ist zu bezweifeln, dass zwei so große Möbelhäuser langfristig nebeneinander bestehen können. Die Kannibalisierung der Märkte können wir heute schon bei den Baumärkten beobachten.

Ich habe auch ein persönliches Interesse, da ich in der Nähe wohne und oft in der Kleingartenanlage spazieren gehe.

Ich finde es wichtig, dass auch ein Gegner zu Wort kommt. Da die anderen beiden Kandidaten für Möbelkraft sind und das Bürgerbegehren an die Wahl gekoppelt ist. Ich habe nicht erst seit Gaschke das Gefühl, dass nur noch die Lobbyisten bedient werden und dies in der Regel auf Kosten der Arbeitnehmer und Umwelt.  

4. Wie stehen Sie zum Thema SRB, dem Bürgerentscheid und der Notwendigkeit diesjähriger Planungskosten in Millionenhöhe?

Es ist sehr schade, dass in der Vergangenheit die Weichen falsch gestellt wurden. Finanziell wird es schwierig, das gute Vorhaben umzusetzen. Es sollte in jeden Fall schon vorher ein Sozialticket für Einkommensschwache  eingeführt werden, damit auch diese Menschen am öffentlichen Leben teilhaben können und dann auch die SRB nutzen werden. Ein Bürgerbegehren macht wenig Sinn, solange die finanzielle Frage nicht geklärt ist. Ich hoffe, dass wir eine Möglichkeit finden dieses Projekt zu finanzieren.  Als wichtiger erachte ich im Moment die Linderung der Armut, Förderung der Bildung und Kultur.

5. Wie stehen sie zum Thema MFG5 und der Nutzung der Fläche?

Es sollte hier in jedem Fall städtisch geförderter preiswerter Wohnraum, besonders auch für Studenten, entstehen.

6. Wie stehen Sie zum Thema Kiel-Kanal?

Hierfür fehlt momentan das Geld. Ich bin mir auch nicht sicher ob es überhaupt ein sinnvolles Projekt ist. Ich denke hier ist noch Klärungsbedarf.

7. Wie stehen Sie zum Thema Stadtstrand?

So ein Strand könnte die Attraktivität der Stadt erhöhen. Aber auch hier sehe ich was die Finanzierung und den Ort angeht noch Klärungsbedarf.

8. Wie ließe sich Kiel als Wirtschaftsstandort attraktiver gestalten und wo sehen Sie noch Potential?

Im Maritimen Bereich sehe ich noch sehr viele Möglichkeiten. Um eine Kannibalisierung der Märkte zu vermeiden, sollte man sich auf die bestehenden Verkaufsflächen konzentrieren und diese ausbauen bzw. noch attraktiver gestalten. Auch im kulturellen Bereich sehe ich noch Möglichkeiten. Kiel muss auch noch attraktiver für Studenten werden.

9. Wo sehen sie persönlich ihre Qualifikation zum OB Kiels?

Als Pädagoge im Umgang mit Menschen und Mitarbeitern. Ich bin seit meinem 3 Lebensjahr in Kiel ansässig und kenne mich daher sehr gut in Kiel aus. Ich hätte versucht den Verkauf von 11 000 Steuergeld geförderten Wohnungen an einen Hedgefonds zu verhindern. Das gleiche gilt auch für die Stadtwerke, welche besonders zur Daseinsvorsorge beitragen. Ich habe auch noch Kontakt zu den „normalen“ Bürgern und kenne ihre Sorgen und Bedürfnisse. Ich bin nicht von Lobbyisten umgeben und Steuergeschenke sind mit mir nicht zu machen. Da ich seit über 30 Jahren ehrenamtlich Arbeitslose berate und sehr vielen Menschen mit Behinderungen und Schülern aller Schularten geholfen habe, ist soziale Kompetenz eine meiner größten Stärken. Ich spüre, dass es immer mehr Elend auch in Deutschland gibt. Deswegen möchte ich die zunehmende Armut durch eine Mindestsicherung abschaffen und so für mehr soziale Gerechtigkeit sorgen.  

10. Welche Möglichkeiten gäbe es, politische Entscheidungen für die Bürgerinnen und Bürger transparenter zu machen und sie gleichzeitig mehr bei Entscheidungen zu beteiligen?

So gravierende Entscheidungen wie den Verkauf des Grüngürtels und die Ansiedlung von Möbel Kraft sollten nicht ohne Bürgerbeteiligung stattfinden. Langfristig sollten die Bürger die Möglichkeit erhalten, sich per Internet an Entscheidungen zu beteiligen.

11. Was halten Sie vom Fahrscheinlosen ÖPNV?

Wenn alle Bürger einen festen Beitrag von 10-20 Euro im Monat zahlen, könnte ich mir das gut vorstellen.

12. Mit welchem Konzept wollen Sie in Kiel die Problematik des bezahlbaren Wohnraums lösen?

Der Verkauf von 11 000 Steuergeld geförderten Wohnungen von CDU/SPD im Jahr 1999 hat dazu geführt, dass die Mieten immer mehr steigen. Gerade für Hartz IV Empfängern und Studenten wird es immer schwieriger preiswerten Wohnraum zu finden. Ich würde besonders genossenschaftliche Modelle fördern. Die Stadt muss in jedem Fall Wohnraum schaffen.  Auch müssten neue Studentenheime gebaut werden. Der Mietspiegel muss regelmäßig angepasst werden, damit Hartz IV Empfänger nicht zuzahlen müssen.

13. Wie stehen Sie zum Ausbau von freiem WLAN in allen Kieler Stadtteilen?

Bei der Bedeutung vom Internet finde ich es sehr gut. Im Verein für „soziale Gerechtigkeit“ in Gaarden hatten wir auch kostenloses Internet angeboten.

14. Sind Sie der Meinung. Dass Ämter zwischen Weihnachten und Silvester geschlossen bleiben sollten, damit Heizkosten gespart werden?

Wenn man einen Notdienst einrichtet, könnte ich mir das gut vorstellen.

15. Wird es mit ihnen als Oberbürgermeister in Kiel weniger Grünflächen geben?

Ein klares nein. Es müssen im Gegenteil mehr Grünflächen in Kiel geschaffen werden. Renaturalisierung von brach liegenden Flächen. Erhalt des restlichen Grüngürtels. Keine Hinterhofbebauung. Dach-, Fassadenbegrünung u.s.w.

16. Wird die Stadt mit ihnen kooperatives Mitglied von Transparency Deutschland?  

Die Idee von Transparency, die Korruption zu bekämpfen, finde ich gut. Ob dies aber bei der Nähe zu großen Unternehmen und Lobbyisten noch gewährleistet wird, muss kritisch hinterfragt werden.

17. Ratsversammlung und Stadtverwaltung treffen nicht selten Entscheidungen, die beim Bürger oft starke Kritik hervorruft. Welche Form des Bürgerfeedbacks halten sie für umsetzbar?

Im Zeitalter des Internets finde ich es sehr wichtig, dass jeder Bürger die Möglichkeit erhält zu den ihn betreffenden Entscheidungen per Internet Stellung zu beziehen. Auch sollte der Einfluss der Ortsbeiräte gestärkt werden.

18. Würden Sie politische Ziele der Rathauskooperation kritisch hinterfragen, wenn es aus der Bevölkerung dazu heftige Kritik hagelt?

Dies ist einer der Gründe aus dehnen ich als OB Kandidat antrete. Ich würde mir wünschen, dass bei Projekten wie z.B. Möbel Kraft grundsätzlich die Bürger befragt werden, bevor Entscheidungen getroffen werden. Herr Albig, als Bürgermeister, hat dieses Projekt maßgeblich befördert und dies einfach durchgesetzt. Hier wurde wieder einmal die Lobby ohne jede Bürgerbeteiligung bedient. Dies erleben wir auch häufig bei sogenannten Geheimverträgen, wie bei vielen PPP Projekten. Ich fordere, wie die Linke auch , ein Verbot von Geheimverträgen und geheimen Absprachen in das Gesetz aufzunehmen. Mit mir wird es keine geheimen Absprachen und Steuergeschenke im Eilverfahren geben!

19. Wie kritisch sehen Sie Öffentlich-Private-Patnership (ÖPP)?

ÖPP ist einer der teuersten und undemokratischsten Instrumente der privaten Wirtschaft, um sich an der Notlage der Kommunen zu bereichern. ÖPP/PPP  ist in jedem Fall abzulehnen.

20. Was halten Sie von der Idee eines Verwaltungs-Benchmarketings der Kreisfreien Städte SH?

Eine effiziente Verwaltung ist wichtig, ob dieses Verfahren dafür geeignet ist, muss noch erörtert werden.

21. Was halten Sie inhaltlich von nachfolgendem KN-Kommentar Martina Drexlers vom 03.12.2013?

„Wird womöglich ein zusätzliches Dezernat auch aus dem Grund geschaffen, um die Grünen zufriedenzustellen – sozusagen als Preis für die Nominierung des Sozialdemokraten Ulf Kämpfer als gemeinsamer OB-Kandidat?“

Frau Drexler scheint eine Kennerin der Politszene zu sein.

22. Welche Eilentscheidung planen Sie für die Kieler Woche 2014?

In jedem Fall nicht Herrn Uthoff und Band. Da schon eher die Rolling Stones. Nein Spaß bei Seite.

Einen Tag Kieler Woche frei für Schüler.

Weniger Kommerz.

Mehr Kleinkunst wie Straßenmusik und Straßentheater.