Restalkohol und Obszönitäten nach Feier der Polizeigewerkschaft für Polizeianwärter

Unsere Kritik wurde ignoriert

Trotz Kritik der PIRATEN hat die Leitung der Polizeidirektion für Aus- und Fortbildung (PD AFB) in Eutin der Polizeigewerkschaft GdP erneut erlaubt, am 28. Februar 2018 in den Liegenschaften der „Polizeischule“ ein Begrüßungsfest für junge Polizeianwärter mit Alkoholausschank zu veranstalten. Wie die Gewerkschaft der Polizei nun mitteilt, sollen nach dem Fest Restalkohol im Dienst sowie beleidigende und obszöne Inhalte auf einer Tafel festgestellt worden sein.

Dr. Patrick Breyer, Innenexperte

„Für die chronischen Alkoholprobleme in der Polizeiausbildung ist die Ignoranz von Polizeiführung und Innenministerium hauptverantwortlich“, erklärt der Innenexperte der Piratenpartei Patrick Breyer. „Das ‚betreute Betrinken‘ auf dem Ausbildungsgelände, das wir PIRATEN noch wenige Tage zuvor erfolglos angeprangert hatten, hat einen neuerlichen Skandal geradezu provoziert. Warum musste das Vertrauen in die Polizei erst weiter erschüttert werden, bevor jetzt hoffentlich endlich Gewerkschaftsfeiern von dem Ausbildungsgelände verbannt werden?“

Hintergrund: Auf Anfrage der PIRATEN räumte das Innenministerium 2016 ein, dass in den letzten Jahren sieben Polizeianwärtern die „Dienstverrichtung unter dem Einfluss von Restalkohol“ vorgeworfen wurde. Anfang 2015 soll ein Ausbilder auf einer Feier gegenüber einer minderjährigen Polizeianwärterin sexuell übergriffig geworden sein. 2017 geriet die Eutiner Einrichtung in die Schlagzeilen, weil stark angetrunkene Polizeibeamte nach einer Feier nachts die Stuben der Polizeischüler aufgesucht und sie bedrängt und belästigt hatten. Nun soll sich ein Untersuchungsausschuss des Landtags mit der Enthüllung der PIRATEN im Jahr 2016 befassen, dass sexistisches und rassistisches Verhalten von Polizeianwärtern trotz Prüfung durch Beamte des Innenministeriums nicht dienstrechtlich geahndet wurde.