Seehundschutz in Schleswig-Holstein voller Widersprüche

Seehunde vernachlässigt?

Der Seehund – das Markenzeichen von Schleswig-Holsteins Nordseeküste und beliebtes Werbemittel für Tourismus und Politik. Was jedoch viele nicht wissen: Jedes Jahr werden mehrere Hundert verlassene Jungtiere, so genannte Heuler, am Strand erschossen. Blutspuren am Strand sind oft das einzige, was Strandbesucher von den gefundenen Tieren noch wiederfinden. Nachfragen in der Auffangstation Friedrichskoog, was aus „ihrem“ gefunden Heuler  wurde, verlaufen oftmals im Nichts oder werden radikal abgeschmettert.

Die Schleswig-Holsteinische Piratenfraktion und die Tierrechtspartei „ETHIA“ wollten es genau wissen und reichten eine letzte kleine Anfrage ein, bevor die Piraten den Landtag in Kiel verlassen mussten.

Listenplatz 1

Friederike Mey, Listenplatz 1

„Trotz expliziter Anfrage, erfahren wir noch immer nicht, wie viele der Hunderte von Heuler jährlich erschossen werden und wie viele tatsächlich in die Auffangstation gebracht werden.“, sagt Friederike Mey, Spitzenkandidatin der Piratenpartei für die kommende Bundestagswahl. „Die Landesregierung kann oder will keine genauen Zahlen preisgeben. Dabei kann ich mir kaum vorstellen, dass in einem Land wie Deutschland diese Zahlen unbekannt sind. Mitgeteilt wird lediglich, dass jährlich ca. 150-300 Seehunde (also auch ausgewachsene) nach Friedrichskoog kommen.“

Bettina Jung, die Vorsitzende von „ETHIA“, sagt dazu: „Wir selbst haben die Aussage von bis zu 500 getöteten Tieren innerhalb eines Jahres auf Band von einer  Seehundjäger/Habeck-Pressekonferenz in Tönning. Hier agierte man von Seiten der Jägerschaft spontan transparenter als auf diese Anfrage. Der touristische Aspekt und die Monopolsicherung der Seehundjäger zur Aufrechterhaltung dieses tierschutzwidrigen Seehundmanagements werden deutlich. Es ist ein Skandal, dass Schleswig-Holstein die Verantwortung für ein so wichtiges Tier des Weltnaturerbes Wattenmeer komplett in die Hand der Jägerschaft gegeben hat und offensichtlich daran festhalten will.“

Friederike Mey weiter: „Ich kann den Umgang mit den Seehunden nicht nachvollziehen. Entweder es ist ein geschütztes Tier, dann nehme ich ihn aus dem Jagdrecht raus und versuche die Population möglichst aufzupäppeln. Oder aber es handelt sich um ein Tier des Jagdrechts, dann brauche ich aber auch keine Auffangstation.
Wir fordern eine transparente Darstellung der Zahlen und eine verpflichtende Prüfung, die dem Seehundjäger bescheinigt, er sei geeigneter als approbierte Tierärzt, die momentan nicht befugt sind, Seehunde aufzunehmen oder nach Friedrichskoog zu bringen.“

 

Die vollständigen, beantworteten kleinen Anfrage finden Sie unter:
http://friederike-mey.de/wp-content/uploads/2017/06/170607_PB_KlAnfr_Seehundjäger.pdf
http://friederike-mey.de/wp-content/uploads/2017/06/170607_PB_KlAnfr_SeehundAufzuchtstat-FK.pdf


Weitere Informationen

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