Tunnelblick am Fehmarnbelt beenden

Die am vergangenen Donnerstag vorgestellte neue Kostenplanung des Fehmarnbelt-Tunnels kommentiert der Landtagsabgeordnete der PIRATEN Patrick Breyer wie folgt:

„Nach dem sich in den letzten Tagen Zweifel unter den Befürwortern des Fehmarnbelt-Tunnels in der dänischen Politik breit gemacht haben, wurde jetzt auf einmal ein neuer Kostenplan mit nur noch rund 6 Milliarden statt 7 Milliarden Euro Baukosten vorgelegt. Der bereits viel zu optimistisch kalkulierte Plan – aufgrund der fehlenden Einberechnung des angekündigten Parallelbetriebs der Fähren – wurde somit offensichtlich noch weiter geschönt. Statt einer unabhängigen Neubewertung und Neuverhandlung des Projektes rechnet sich der Bauherr sein Projekt selbst schön und versucht so, jegliche Zweifel aus dem Weg zu räumen.

Geplant ist, die Baukosten des Tunnels über eine Maut zu refinanzieren. Neusten Rechnungen zufolge wäre eine solche Refinanzierung nach 36 Jahren, also im Jahr 2062 bzw. 2064, möglich. Doch trotz somit wieder über den Haufen geworfener Zeitpläne, Warnungen des Bundesrechnungshofs und intransparenter Verhandlungen über die Köpfe der Bürger hinweg wird dieses Musterbeispiel für verfehlte Verkehrsprojekte in Deutschland weiter geführt.

Wir fordern das Projekt endlich einem Realitätscheck zu unterziehen und die für die deutsche Anbindung verplanten Mittel für dringlichere Verkehrsprojekte in Schleswig-Holstein freizugeben.“