Das richtige Signal: Zweites Frauenhaus für Kiel

Am 24. November setzte Wolfgang Dudda seine Besuchsreise der autonomen Frauenhäuser im Land fort. Begleitet wurde er von Anne Burmeister, der stellvertretenden Vorsitzenden der PIRATEN in Schleswig-Holstein.

Die Frauenhaus-Frage hat für Wolfgang hohe Priorität.

Wurden die Zuschüsse für die Platzpauschalen unter schwarz-gelber Regierung drastisch zurückgefahren, hat die Küstenkoalition diese Einschnitte zwar rückgängig gemacht; deutlich verbessert hat sich die Situation für die Frauenhäuser dadurch aber nicht.

Während Landesregierung, Mehrheitsfraktionen und Landesrechnungshof sich immer wieder hinter Belegungszahlen verstecken und den Bedarf gedeckt sehen, stellt sich die Situation vor Ort anders dar.
Anja Binna vom Kieler Frauenhaus führte im Rahmen des Besuchs aus, dass im Jahr 2014 bis zum 24. November 190 Frauen mit ihren Kindern im Haus Zuflucht finden konnten,  240  Schutzsuchende allerdings mussten abgewiesen werden. Bei diesen Frauen habe es sich nicht um diejenigen gehandelt, die in andere Einrichtungen weiter vermittelt wurden, sondern um solche, denen keine alternative Unterbringung angeboten  werden konnte“, erklärte Anja Binna.
Allein diese Zahlen zeigten, so Wolfgang Dudda, dass nicht die Auslastungszahlen der vorgehaltenen Betten der Richtwert für die politischen Schwerpunktsetzungen sein könne, sondern der tatsächliche Bedarf unter Berücksichtigung der viel zu hohen Anzahl abgewiesener Schutzsuchender.
„Es kann nicht angehen, dass misshandelte und traumatisierte Frauen und Kinder in der Landeshauptstadt keine Zuflucht finden, weil es zu wenig Frauenhausplätze gibt“, so Wolfgang Dudda. Frauenhäuser seien keine Jugendherbergen, die eine Vollauslastung erreichen können. Wenn z.B. eine Frau mit zwei Kindern Hilfe brauche und ein Zimmer mit vier Betten erhalte, sei das zwar keine optimale, aber angemessene Auslastung.
Das schöne, 2006 gebaute Frauenhaus in Kiel zeige sich ansonsten in einem tollen Zustand. „Hier können auch Frauen in schlimmen Lebenssituationen durchatmen und sich für ein eigenständiges und selbstbestimmten Leben rüsten“, sagte Anne Burmeister nach dem Besuch. Die Arbeit im Frauenhaus stehe und falle mit den großartigen und engagierten Mitarbeiterinnen, die im Kieler Frauenhaus vorbildliche Arbeiten leisten.

Fazit des Besuchs: Landesweit müssen die Plätze in Frauenhäusern aufgestockt werden. Dafür fordert die Piratenfraktion im Schleswig-Holsteinischen Landtag zusätzliche 100.000 Euro. Die stellvertretende Vorsitzende der  Piratenpartei-SH geht sogar noch weiter und fordert ein zweites Frauenhaus für Kiel.

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Text: Team Presse